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Vertrauensfrage bei Neschen AG

Besetzung des Gläubigerausschusses irritiert Gewerkschaft Vertrauensfrage bei Neschen AG

Die Besetzung des vorläufigen Gläubigerausschusses im Fall der Neschen AG sorgt bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) für Verwunderung. So ist die Arbeitnehmer-Interessenvertretung davon ausgegangen, dass der Betriebsratsvorsitzende Heinrich Heuer dem Gremium angehören wird. Stattdessen ist Produktionsleiter Kai Tittgemeyer als Mitglied benannt worden, um für die Belange der Beschäftigten einzutreten.

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In die Krise geraten: das Bückeburger Traditionsunternehmen Neschen.

Quelle: rg

Bückeburg. Die Irritation hat nach Aussage von Jörg Kunkel, stellvertretender Bezirksleiter der IG BCE für Hannover, ihren Grund darin, dass üblicherweise der Betriebsratsvorsitzende dem Gremium angehöre, „um Vertrauen bei allen Beteiligten zu schaffen“. Zugleich verweist der Gewerkschafter auf die jüngsten Betriebsratswahlen. „Heinrich Heuer hat dabei mehr als 90 Prozent der Stimmen bekommen.“ Die Beteiligung bei dem Urnengang habe bei rund 70 Prozent gelegen, sodass Heuer von knapp zwei Dritteln der Arbeitnehmer des Bückeburger Traditionsunternehmens gewählt worden sei.

Außer Tittgemeyer, der Anfang Oktober 2014 zu der Neschen AG gestoßen und die Stelle des Produktionsleiters übernommen hatte, gehören auch zwei Juristen dem vorläufigen Gläubigerausschuss an. Allerdings ist keiner der beiden ein Vertreter von Sandton Capital Partners LP, wie der juristische Beistand des US-amerikanischen Finanzinvestors, der Rechtsanwalt Thomas Hoffmann von der Kanzlei Noerr, bestätigte. Die Tochtergesellschaft Sandton Financing III gilt bisher als der Hauptgläubiger der Neschen AG.

Rechtsbeistand Hoffmann hofft nach eigenen Angaben darauf, dass die Beteiligten in den kommenden Wochen konstruktiv an einer Sanierungslösung für das angeschlagene Bückeburger Unternehmen arbeiten. Vor diesem Hintergrund sei Ruhe im Umfeld der Neschen AG ein positiver Faktor, damit dieses Unterfangen gelingen könne.

Die Neschen AG hat indessen erklärt, dass die insolvente Neschen B.V. keine Tochtergesellschaft sei, sondern die Konzernholding, die die Finanzierungsfunktion übernimmt. Wie die Aktiengesellschaft, hafte die Neschen B.V. mit Sitz in den Niederlanden für den Kreditvertrag mit und sei ursprünglich sogar Vertragspartner der Kredit gebenden Bank Bear Stearns, nach der Übernahme dann J.P. Morgan gewesen. Wegen dieser Mithaftung habe die Neschen B.V. Insolvenz beantragt. Im Übrigen bleibe es dabei: „Von der Insolvenz der Neschen AG sind die internationalen Vertriebs-Tochtergesellschaften nicht betroffen.“

Vorläufiger Gläubigerausschuss

Der vorläufige Gläubigerausschuss ist nach Expertenmeinung ein zentrales Steuerungselement zur Sanierung eines Unternehmens im Schutz des Insolvenzrechtes. Zugleich sollen die Interessen der Hauptbeteiligten eingebunden werden. Ein weiteres Ziel ist es, dass das zuständige Insolvenzgericht frühestmöglich Erkenntnisse der Gläubiger zu kriselnden Unternehmen bekommt. In der Regel besteht ein solcher Ausschuss aus fünf Mitgliedern, darunter Vertreter von Arbeitnehmern sowie Gläubigern. r

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