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Volksbank-Fusion vor entscheidender Phase

Schaumburg/Minden Volksbank-Fusion vor entscheidender Phase

Die geplante Fusion zwischen der Volksbank in Schaumburg und der Volksbank Mindener Land geht in die entscheidende Phase. In Gesprächen mit den sogenannten Vertretern wollen die Vorstände die Verschmelzung zum 1. Januar vorbereiten. Dass aus Minden teilweise Kritik an dem Vorhaben kommt, ist für Joachim Schorling nach eigenen Worten kein Grund zur Unruhe. Er sei weiter zuversichtlich, so der Schaumburger Bankchef, dass es am Ende Zustimmung auf beiden Seiten geben wird.

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Joachim Schorling

Quelle: rg

Landkreis/Minden. Von Marc Fügmann und Henning Wandel

„Allerdings werden wir bis dahin noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen“, ist sich Schorling sicher. Ein Selbstläufer werde die Fusion keinesfalls. Von morgen an wollen er und sein Vorstandskollege Reinhard Schreeck die Schaumburger Vertreter – also die stimmberechtigten Mitglieder – in insgesamt sechs Informationsveranstaltungen mit Details der Verschmelzung vertraut machen. Angesetzt sind jeweils zwei Gesprächsrunden in Rinteln und Bückeburg sowie je eine in Bad Nenndorf und Kirchhorsten.

Auf Mindener Seite hat die Bank bereits begonnen, mit den Vertretern in ihren fünf Regionalmärkten (Hille, Porta Westfalica, Petershagen, Lahde und Minden) über den Stand der geplanten Verschmelzung zu diskutieren. Dem Vernehmen nach gab es dabei zum Teil deutliche Kritik, etwa wegen der nach einer Fusion notwendigen Änderungen der Kontonummern.

Peter Scherf, Vorstand der Volksbank Mindener Land, mag sich auf Nachfrage nicht dazu äußern. Vorstand und Aufsichtsrat wollen demnach zunächst die Ergebnisse aller Informationsabende abwarten, bevor über mögliche weitere Schritte beraten wird. Dann werde auch die Öffentlichkeit informiert, so Scherf. Aus Teilnehmerkreisen heißt es, dass es zwar sehr sachliche, aber eben auch betont kritische Nachfragen gegeben habe. Auch zeichne sich ab, dass es schwer werden könne, eine Mehrheit zusammenzubekommen.

Damit die Unternehmen verschmelzen können, ist in den beiden Vertreterversammlungen am 14. und 15. Dezember ein Zustimmungsergebnis von jeweils 75 Prozent plus einer Stimme notwendig. Andernfalls wäre die Fusion der beiden Banken geplatzt.

An ein solches Szenario des Scheiterns glaubt Schorling nicht. „Aber es wird mit Sicherheit bis zur letzten Minute spannend bleiben.“ Auch in Schaumburg werde es möglicherweise kritische Nachfragen geben. Eine Fusion – insbesondere unter zwei gleich großen Partnern – erfordere jedoch stets Kompromisse, sagt Schorling und wird noch deutlicher: „Irgendeine Kröte muss man muss schlucken.“ Aus Schaumburger Sicht sei dies der Umstand, „dass wir formal von der Volksbank Mindener Land übernommen werden“. Dass dies nicht andersherum geschehe, habe ausschließlich finanzielle Gründe. Weil die Bank in Minden über mehr Immobilien-Vermögen verfüge, würde bei einer Übernahme durch den Schaumburger Partner eine deutlich höhere Grunderwerbssteuer fällig.

Umgekehrt spare die neue Großbank bis zu 200.000 Euro jährlich, wenn die Kunden in Minden die Bankleitzahl der Volksbank in Schaumburg samt deren Kontonummer-System übernähmen. Schorling zufolge hängt dies mit von der Zentralbank vorgegebenen Modalitäten zusammen.

Unterm Strich sei er fest überzeugt, dass die Mitglieder hier wie da um die Vorteile einer solchen Fusion wüssten. Es gehe nicht nur darum, die ausufernden regulatorischen Auflagen („Blanker Wahnsinn, was uns da zugemutet wird“) besser bewältigen zu können. Mit einer Bilanzsumme von künftig rund 2,3 Milliarden Euro werde die fusionierte Volksbank Minden-Schaumburg auch in der Lage sein, Finanzierungen zu stemmen, für die jedes einzelne Geldhaus bislang allein zu klein sei. Damit erreiche man Kunden, die in der Vergangenheit nicht bedient werden konnten, unterstreicht Schorling.

Die beiden Volksbanken haben im August in Bückeburg ihre über die Landesgrenze hinweg reichenden Fusionspläne vorgestellt. Demnach soll schon zum 1. Januar 2016 die Volksbank Minden-Schaumburg entstehen. Gemessen an der Bilanzsumme von rund 2,3 Milliarden Euro wäre es eine der größten Volksbanken in Norddeutschland. Zusammen haben die beiden Unternehmen knapp 55.000 Mitglieder und rund 112.000 Kunden. Die Zahl der Mitarbeiter beträgt unterm Strich etwa 600.

Die Pläne sehen vor, den juristischen Sitz in Rinteln festzuschreiben. Die überwiegende Zahl der zentralen Verwaltungs- und Steuerungseinheiten soll in Minden konzentriert werden. Leiten soll die Bank ein Vorstandstrio – bestehend aus Joachim Schorling und Reinhard Schreeck (Schaumburg) sowie Peter Scherf (Minden).

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