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Volksbanken-Fusion geplatzt

Reaktionen + Kommentar Volksbanken-Fusion geplatzt

Die zum 1. Januar geplante Fusion der Volksbank in Schaumburg mit der Volksbank Mindener Land ist geplatzt. Für Joachim Schorling, Mitglied des Vorstands der Volksbank in Schaumburg wäre die Verschmelzung „eine große Chance gewesen, aus einer Position der Stärke heraus zu agieren“.

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Landkreis. Er bedauere zutiefst, dass die Fusion nicht zustande komme.
Gleichwohl verfalle man bei der Volksbank in Schaumburg jetzt nicht in Depressionen, fügte Schorling hinzu: „Wir werden unseren Weg weiter gehen.“ So werde die Volksbank zum Beispiel jetzt freie Stellen besetzen, die im Falle einer Fusion für Mitarbeiter der Volksbank Mindener Land freigehalten worden waren. Schorling betonte, dass „die Türen in Richtung Minden weiter offen stehen“. Er halte eine Fusion weiterhin für sinnvoll. Gemeinsam hätte man auf die Herausforderungen durch die niedrigen Zinsen, den weiteren Aufbau der digitalen Schiene des Bankengeschäfts und die überbordenden regulatorischen Auflagen besser reagieren können.
Auch der Mindener Vorstandschef Peter Scherf sagte, die Fusion bleibe auf dem Tisch. „In den nächsten ein bis zwei Jahren müssen wir darüber aber wohl nicht mehr reden“, so Scherf. Der Abbruch der Gespräche mache ihn nicht nervös. Den eingeschlagenen Kurs werde die Bank beibehalten. Das betreffe den Umbau der Filialstruktur ebenso wie die Entwicklung der Mitarbeiterzahl.
Im Vorfeld von Vertreterversammlungen Mitte Dezember, die über die Fusion hätten abstimmen sollen, hatte es in den vergangenen Wochen Infoabende für Vertreter gegeben. Wie aus Vertreterkreisen der Volksbank in Schaumburg verlautete, sei dort eine die Fusion klar befürwortende Stimmung deutlich geworden. Anders offenbar bei den Vertreter-Infoabenden der Volksbank Mindener Land. Zur Skepsis dort könnte nach SN-Informationen eine verbreitete Verärgerung über in letzter Zeit vorgenommene Filialschließungen beigetragen haben. Auch die Sorge vor einem nach einer Fusion vermuteten konsequenteren Sparkurs soll eine Rolle gespielt haben.
Seit April dieses Jahres hatten die Vorstände und Aufsichtsräte der beiden Banken Gespräche über eine Verschmelzung geführt. Mitte August war dann ein Kooperationsvertrag unterzeichnet worden, der ein Zusammengehen zum 21. Januar 2016 vorsah. Eine Entscheidung wäre letztlich auf Vertreterversammlungen am 14. und 15. Dezember gefallen. Dabei wäre eine Mehrheit von 75 Prozent „plus eins“ erforderlich gewesen.
Enttäuscht zeigte sich der Aufsichtsratsvorsitzende der Volksbank in Schaumburg, Uwe Homeyer. Bei der Entscheidung für die Mindener Volksbank „haben wir uns schon etwas gedacht, wir hatten gutes Konzept“, sagt er. Die Schaumburger Vertreterversammlung hätte hinter der Fusion gestanden, der Aufsichtsrat ebenso. Auch wenn der Zusammenschluss „kein Muss“ gewesen wäre, sagt Homeyer: „Bei den Herausforderungen, die auf die Branche zukommen, wäre es eine Investition in die Zukunft gewesen.“
Für die Volksbank in Schaumburg ist es nicht die erste geplatzte Fusion. Im Jahre 2012 war eine mit der Volksbank Hameln-Stadthagen geplante Verschmelzung gescheitert.

Von Stefan Rothe,
Jan-Christoph Prüfer
und Henning Wandel

Kommentar

Für die Volksbank in Schaumburg ist es ein Dilemma. Zum zweiten Mal binnen weniger Jahre platzt eine Fusion kurz vor dem Zieleinlauf. Umso ärgerlicher für den Schaumburger Vorstand, weil er gute Vorarbeit geleistet hat und die eigenen Mitglieder weitgehend von den Vorteilen eines Zusammengehens überzeugen konnte.
Nach der gescheiterten Verschmelzung mit der Volksbank Hameln-Stadthagen wäre die Hochzeit in westlicher Richtung die zweitsinnvollste Option gewesen. Viele Schaumburger orientieren sich privat oder beruflich nach Minden, traditionell gibt es hier viele Anknüpfungspunkte und einen gemeinsamen Wirtschaftsraum über die Landesgrenze hinweg.
Diese Chance ist nun vertan. Schade, aber kein Weltuntergang. Die Volksbank in Schaumburg ist für sich allein so groß, dass man sich um ihre Zukunft vorerst keine Sorgen machen muss. Möglicherweise ringt man sich in Minden irgendwann zu einem neuen Anlauf durch. Vielleicht ist das Scheitern jetzt aber auch eine zweite Chance für die große Schaumburger Lösung.

Von
Marc Fügmann

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