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WWE will sich an Stadtwerken beteiligen

Paukenschlag mit Energie WWE will sich an Stadtwerken beteiligen

Seit Jahren liegen die Energieversorger Westfalen Weser Energie, an dem auch zahlreiche Schaumburger Kommunen beteiligt sind, und Stadtwerke Hameln im Clinch, nun könnte es zu einer spektakulären Wende kommen: WWE will sich an den Stadtwerken beteiligen.

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Landkreis/Hameln. Das hat WWE-Geschäftsführer Stephan Nahrath angekündigt.

 Bereits „in Kürze“ sollen diesbezüglich Gespräche zwischen den beiden Unternehmen stattfinden. Die Chefin der Stadtwerke Hameln, Susanne Treptow, ist auf Nachfrage von diesem Vorstoß überrascht: „Es ist unglücklich, dass ich davon gar nichts weiß. Wir haben lediglich eine Anfrage erhalten, ob wir in Kooperationsgespräche treten wollen. Solche Gespräche führen wir gerne. Doch Kooperationsgespräche sind etwas anderes als Beteiligungsgespräche. Für Beteiligungsanfragen wäre die Stadt Hameln als alleiniger Eigentümer Ansprechpartner.“

Überraschender Schritt

 Die Versorger sind seit einigen Jahren wegen der Stromnetze zerstritten und teilweise sogar vor Gericht gelandet. Eine Beteiligung wäre eine völlige Neuentwicklung zwischen den Kontrahenten. Nahrath, nun seit gut 100 Tagen Geschäftsführer, sagt, er habe von der Hamelner Stadtwerke-Chefin Treptow „ein positives Signal bekommen, dass sie gesprächsbereit ist“ – was bei Treptow für Verwunderung sorgt. Nahrath begründet seinen Vorstoß damit, dass WWE „anders als früher Eon nun die harten, verkrusteten Fronten aufbrechen“ wolle. Westfalen Weser ist einst aus Eon hervorgegangen: Der Düsseldorfer Riese war nach der Atomwende unter Druck geraten und hatte im Jahr 2013 seine Mehrheitsanteile an der damaligen Eon Westfalen Weser an kommunale Anteilseigner verkauft. WWE betreibt Strom- und Gasnetze in Schaumburg, Ostwestfalen und im Weserbergland.

 Nahrath will auch eine Überkreuz-Beteiligung zwischen den Hamelner Stadtwerken und WWE nicht ausschließen: „Im Moment können wir uns alles vorstellen. Uns geht es um eine vernünftige gemeinsame Zukunft.“ Aktuell hat WWE 48 kommunale Gesellschafter – was für die auch eine lohnende Sache sei: „Wir schütten pro Jahr 35 bis 40 Millionen Euro aus.“ Nahrath sagt gegenüber unserer Zeitung: „Ich habe gute Erfahrungen mit Stadtwerke-Partnerschaften. Als ich noch im Saarland tätig war, habe ich eine solche Partnerschaft mit sechs Stadtwerken gegründet.“

Gemeinsame Zukunft

 Nun will Nahrath in Hameln auf Treptow zugehen und „so rasch wie möglich die Vorteile einer gemeinsamen Zukunft vorstellen“. Wie groß das WWE-Sahnestück am Hamelner Beteiligungskuchen sein solle, ließ Nahrath völlig offen: „Alles ist möglich.“ Um bei den Stadtwerken als Anteilseigner einsteigen zu können, müsste WWE entsprechend tief in die Tasche greifen. Nahrath eröffnet aber auch eine andere Möglichkeit: „Wir könnten unser Netz einbringen.“ Dazu müsste die Stadt Hameln allerdings Anteile verkaufen wollen. Treptow sagt dazu: „Ich will niemandem vorgreifen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stadt einen Partner sucht.“

 Erschwerend kommt hinzu: Bei aller neu gewünschter Freundschaft macht Nahrath zugleich deutlich, woran WWE kein Interesse hat: Die Zuschussgeschäfte mit Bussen und Bädern, die die Stadtwerke stets belasten, will Nahrath nicht haben.

 Schon seit Jahren beteiligt ist Westfalen Weser Energie an den Stadtwerken Schaumburg-Lippe. Dass eine Beteiligung an Stadtwerken nicht automatisch zu völliger Einigkeit mit der jeweiligen Kommune führt, zeigt sich übrigens in Hessisch Oldendorf: Dort streiten WWE und die Stadt seit 2013 um das richtige Verfahren bei der Vergabe von Versorgungsnetzen – inklusive Gerichtsverfahren.

Von Thomas Thimm

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