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„Wir wissen nur, was wir nicht wollen“

Rinteln „Wir wissen nur, was wir nicht wollen“

So viele unterschiedliche Unternehmen und Betriebe präsentieren sich bei einer Messe im Brückentorsaal, dass es nicht wundert, wenn manche Schüler, die sich informieren wollen, erst mal einfach nur etwas dastehen und gucken.

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Vertreter von heimischen Unternehmen haben sich an ihren Ständen platziert. Sie informieren interessierte Schüler über Ausbildungsmöglichkeiten in den Betrieben.

Quelle: tol

Von Cornelia Kurth Rinteln. „Es ist schon verrückt, dass die Hälfte aller Ausbildungssuchenden sich in nur zehn bis 15 Berufen bewerben, und anscheinend gar nicht ahnen, wie ungeheuer breit die Palette eigentlich ist“, sagt Jens Heitmüller, Personalentwickler bei der Handwerkskammer Hannover. Anlass ist der Tag der Ausbildung in der Weserstadt.

Sein Stand befindet sich direkt am Eingang zum Brückentorsaal, und so nutzt er die Gelegenheit, die jungen Leute zu ermuntern, sich unbedingt an möglichst viele der insgesamt etwa 30 Anbieter zu wenden. Und er weist sie hin auf der Internetseite www.ausbildung.de, bei der mühelos Praktikums- und Ausbildungsplätze in der Nähe zu finden sind und sich Interessierte kundig machen können, welche Bandbreite noch unbekannte Berufe eigentlich genau zu bieten haben.

Was einen bei Sparkasse und Volksbank, bei der Pflegeausbildung am Klinikum Schaumburg oder etwa in der Systemgastronomie erwartet, wissen die meisten auch ohne viel Recherche. Doch selbst so klassische Handwerksberufe wie die Dachdeckerei oder das Tischlerhandwerk haben sich inzwischen so sehr gewandelt, dass die Interessierten oft ein ganz falsches Bild im Kopf haben, wie Tischler Rüdiger Altfeld und Dachdecker Axel Behrens feststellen.

Viele Aussteller geben den Ratschlag, unbedingt frühzeitig Praktika zu absolvieren, damit die potenziellen Auszubildenden anschließend eine entsprechend motivierte Bewerbung schreiben könne. „Wir investieren 30000 Euro in einen Azubi“, so Stephan Meiringer vom Bückeburger Firmensoftware-Unternehmen BIT-Soft. „Da nehmen wir die Bewerbungsverfahren natürlich sehr ernst.“ Es seien weniger perfekte Noten, das Alter oder ein hoher Schulabschluss ausschlaggebend, sondern die Frage, ob man einen begeisterungs- und teamfähigen Menschen vor sich habe, der überzeugend rüberbringen könne, dass er sich mit voller Kraft einsetzen werde.

Ähnlich ließen sich fast alle Vertreter von den vertretenen Betrieben, Unternehmen und Firmen vernehmen, ob nun von der Rintelner Glasverpackungsfabrik O-I, die vor allem Industriemechaniker sucht, ob vom Restaurant „Schaumburger Ritter“, oder von der Steuerberater-Kanzlei Sasse. Azubi Yasemin Alinak erzählt, sie habe bei der Bewerbung gesagt: „Ich will unbedingt Steuerberaterin werden“, und allein schon durch ihre Begeisterung für diesen Beruf habe sie das Interesse geweckt.

„Viele Schüler wissen trotz Beratungsangeboten noch so gar nicht, was sie eigentlich wollen“, weiß Peter Menze, Lehrer an den Berufsbildenen Schulen Rinteln. „Und oftmals stellt sich dann heraus, dass sie sich vorschnell auf eine unpassende Ausbildung eingelassen haben.“ „Wir wissen eigentlich nur, was wir nicht wollen“, sagen zwei 16-jährige, bevor einer von ihnen von der Mutter dazu gedrängt wird, mal am Stand der Sparkasse ein Gespräch zu wagen.

Mitarbeiter der Agentur für Arbeit stehen gleichzeitig für die Besucher bereit, um den Suchenden den Weg zu weisen, und die Mitarbeiter der einzelnen Firmen sprechen oft genug junge Leute an, die unschlüssig den Blick zwischen den Angeboten herumschweifen lassen. Besonders gut besucht ist indessen der Stand der Bundeswehr.

Immerhin, Tischler Altfeld hat am Ende sieben ernsthaft Interessierte zu verzeichnen, denen er zuvor verdeutlichen konnte, dass Tischler zu sein viel mehr bedeutet, als „irgendwas mit Holz“ zu machen. Was immerhin Mut machen kann: Der Schaumburger Markt sucht Arbeitskräfte und hat ihnen auch was zu bieten, ist das Fazit der Organisatoren. Unter der Voraussetzung, dass, so sagte es Berufsschullehrer Menze, die zukünftigen Schulabgänger sich neugierig umsehen, ihre Interessen sondieren und selbst Initiative ergreifen.

Vertreter von heimischen Unternehmen haben sich an ihren Ständen platziert. Sie informieren interessierte Schüler über Ausbildungsmöglichkeiten in den Betrieben. tol

Bei all den engagierten Teilnehmern des „Tages der Ausbildung“ – man musste doch feststellen, dass noch für viel mehr Jugendliche Gelegenheit gewesen wäre, sich sogar direkt vor Ort zu bewerben.

Tatsächlich konnte sich einem der Eindruck einer grundsätzlichen Unschlüssigkeit unter den Schüler-Gästen der Veranstaltung aufdrängen. cok

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