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Zahl der Bäcker und Fleischer in Schaumburg um 85 Prozent gesunken

Kein goldener Boden für das Handwerk? Zahl der Bäcker und Fleischer in Schaumburg um 85 Prozent gesunken

Die Kreishandwerkerschaft hat in den vergangenen Jahren 140 Betriebe verloren. Waren 1980 noch rund 500 Betriebe in der Kammer organisiert, sind es 2016 nur noch knapp 360. Eine Fusion, wie sie jüngst die Innungen der Fleischer und Bäcker vollzogen haben, hält Geschäftsführer Fritz Pape allerdings für unwahrscheinlich.

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In den vergangenen 25 Jahren haben in Schaumburg mehr als 100 Bäckereien geschlossen. Mittlerweile sind in der Innung der Kreishandwerkerschaft nur noch 16 Betriebe organisiert. In den anderen Zusammenschlüssen sind die Zahlen hingegen nur leicht gesunken.

Quelle: dpa

Landkreis. Besonders stark ist laut Pape der Schwund bei den Betrieben der neu geschaffenen Innung gewesen. „Als ich 1980 bei der Kreishandwerkerschaft angefangen habe, waren bei uns noch 120 Bäcker und 60 Fleischereien zusammenschlossen.“ Die neue Innung umfasse gerade einmal 24 Betriebe, acht aus dem Bereich Schlachter und 16 Bäcker. Weniger werden es nach Einschätzung Papes jedoch nicht mehr.

Immer noch viele Beschäftigte

Die Zahl der Beschäftigten hat in diesem Zeitraum allerdings weitaus weniger stark abgenommen. Der klassische Bäcker mit einem Ladengeschäft und drei bis vier Angestellten sei mittlerweile die Ausnahme geworden, so Pape. „Einige Innungsmitglieder haben bis zu 40 Mitarbeiter an mehreren Standorten. Einige Betriebe haben zudem Verkaufswagen“, erklärt der Geschäftsführer. Auch bei den Fleischern hat die Konzentration dazu geführt, dass die einzelnen Betriebe größer sind als noch 1980. „Einzelne Schlachter bieten unter anderem auch Catering an, inklusive Zeltaufbau und Getränkelieferung.“

Verbraucherschutz und Preiskampf großer Faktor

Als Gründe für das Unternehmenssterben in den beiden Bereichen führt Pape unter anderem die massive Zunahme an Vorschriften durch Vorgaben der Europäischen Union an. „Ich will den Verbraucherschutz damit nicht kleinreden“, so der Geschäftsführer, aber die Verhältnismäßigkeit sei mittlerweile verloren gegangen.
Zudem setzt den Fleischern und Bäckern der Preiskampf der Discounter zu. Auf diesen können und sollen sich die heimischen Handwerksbetriebe allerdings nicht einlassen. „Wir punkten unter anderem mit Qualität.“ Da beide Innungen von dieser Entwicklung betroffen seien, habe sich der Zusammenschluss angeboten. Außerdem sei für beide Betriebsgruppen das Veterinäramt die Aufsichtsbehörde.
In den anderen Innungen hat es seit den achtziger Jahren nur leichte Rückgänge gegeben. „Im Bauhauptgewerbe, im Baunebengewerbe wie auch in anderen Gewerken gibt es seit Längerem eine stabile Nachfrage.“ Auch in der Kfz-Innung habe sich die Situation stabilisiert. „Aus diesem Grund glaube ich auch, dass in den nächsten fünf bis sechs Jahren Fusionen in den anderen Gewerken kein Thema sind“, ist sich Pape sicher.

Sorgenkind: Friseure

Sorge bereiten dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft hingegen einige Entwicklungen bei den Friseuren. Seit 2004 gebe es die Möglichkeit, auch ohne den Meisterbrief den Schritt in die Selbstständigkeit gehen zu können. „Es muss dann lediglich nachgewiesen werden, dass der Arbeitnehmer in die Betriebsführung eingebunden gewesen ist.“ Für viele Gesellen sei dieser Schritt reizvoll. „Ich sehe die Gefahr, dass es zu viele Betriebe geben wird bei einer sinkenden Einwohnerzahl. Das kann schädlich für die wirtschaftliche Struktur in Schaumburg werden."
Um einen weiteren Rückgang bei der Zahl der Handwerksbetriebe zu verhindern, ist es nach Einschätzung Papes von großer Bedeutung, die Jugendlichen für eine Berufsausbildung in den einzelnen Gewerken zu begeistern. „Derzeit ist auch ein Trend zu regionalen Produkten und dem Kaufen vor Ort zu erkennen. Auch das kann dabei helfen, dass die Zahl der Betriebe nicht weiter sinkt.“

Kfz-Branche ist größte Gruppe

In den Innungen der Kreishandwerkerschaft sind derzeit 360 Betriebe organisiert. Der Zusammenschluss der Kfz-Unternehmen ist mit 50 Mitgliedern dabei die stärkste Gruppe, die Fleischer sind mit acht Firmen hingegen die kleinste Gemeinschaft.
Bäcker: 16 Betriebe
Baugewerke und Zimmerer: 30 Unternehmen
Dachdecker: 26 Firmen
Fleischer: 8 Betriebe
Friseure: 48 Firmen
Kraftfahrzeuggewerbe: 50 Unternehmen
Heizung-Sanitär-Klima: 47 Betriebe
Maler: 34 Unternehmen
Metallbau: 26 Betriebe
Tischler: 34 Firmen
Elektro: 41 Unternehmen.

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