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e.on-Pläne verunsichern Beschäftigte

Grohnde / Atomkraftwerk e.on-Pläne verunsichern Beschäftigte

Die Pläne zum radikalen Umbau des e.on-Konzerns haben viele Beschäftigte des Atomkraftwerkes in Grohnde völlig unvorbereitet getroffen. Entsprechend am Boden war die Stimmung. „Sie fühlen sich vor den Kopf gestoßen“, sagte Betriebsratsvorsitzender Thomas Gerl. 

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Heftige Kritik übt der Betriebsratsvorsitzende des AKW Grohnde, Thomas Gerl, an den e.on-Plänen. 

Quelle: Dana

Emmerthal/Düsseldorf.. Dem Konzern warf er eine verfehlte Unternehmenspolitik vor, die nun durch die Umstrukturierungen bereinigt werden solle. „Ich persönlich fühle mich schon betroffen, dass Mitarbeiter unter dem Größenwahn mancher Vorstände heute leiden müssen“, kritisierte Gerl, dass e.on Milliardensummen in Spanien versenkt, auch in Italien Millionen fehlinvestiert worden seien. Seiner Meinung nach hätten die Einnahmen in Deutschland bleiben sollen, wo Milliarden erwirtschaftet worden seien, statt auf „Einkaufstour zu gehen und als Global Player aufzutreten“, sagte der Grohnder Betriebsrat.

Gerl kündigte an, dass es in Grohnde am Mittwoch eine ohnehin geplante Betriebsversammlung geben werde. Die e.on-Pläne „werden sicher Hauptthema sein“, sagte Gerl, der in seiner Funktion als Arbeitnehmervertreter bereits in der vergangenen Woche erste Details dazu erfahren habe. Zuvor werde er am heutigen Dienstag in Hannover bei einer Besprechung des Spartenbetriebsrats für die bei e.on im Bereich der Energieerzeugung tätigen Unternehmensbereiche teilnehmen.

 Wie berichtet, will Deutschlands größter Energieversorger mit einer Radikalkur auf die massiven Folgen der Energiewende reagieren. Der hoch verschuldete Düsseldorfer Dax-Konzern will sich künftig auf erneuerbare Energien, Energienetze und Kundendienstleistungen konzentrieren – das Hauptgeschäft mit Atom, Kohle und Gas will e.on hingegen abgeben. Unklar sind zum jetzigen Zeitpunkt die Konsequenzen.

„Die Umsetzung wird im kommenden Jahr vorbereitet. Zu konkreten Auswirkungen auf einzelne Standorte lässt sich derzeit noch nichts sagen“, teilte Konzernsprecher Carsten Thomsen-Bendixen gestern auf die Anfrage mit, mit welchen Folgen Grohnde rechnen müsse. „Aber so viel: Die neue Konzernstrategie ist mit keinem Personalabbau-Programm verbunden.“

Der Vorstand plant, den Konzern bis 2016 aufzuspalten. Der eine Teil, zukunftsgerichtet und wachstumsstark, wird sich ganz auf erneuerbare Energien, auf Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren. Dieser Teil wird weiterhin unter dem Namen e.on SE firmieren und rund 40 000 Menschen beschäftigen. Der andere Teil, Strom aus Kohle, Gas und Atomkraft, der globale Energiehandel, Exploration und Produktion, wird abgespalten und an die Börse gebracht. Dieser Bereich war einmal die Keimzelle des Unternehmens.

Bei den weiteren Planungen sehen sich auch die Arbeitnehmervertreter in einer wichtigen Rolle. „Wie die Strukturen aussehen, das werden wir in den nächsten Wochen mit den Unternehmensvertretern klären müssen“, sagte Gerl. Im Zuge der letzten Umstrukturierungen beim Einsparprogramm e.on 2.0, bei dem auch erheblich Personal abgebaut worden ist, seien bestimmte Bereiche zentralisiert worden. Davon sei auch das Kernkraftwerk Grohnde betroffen gewesen, wobei sich der Betriebsrat gegen die Art und Weise ausgesprochen habe. Als Beispiele nennt Gerl Einkauf, Personalbetreuung oder Buchhaltung.

Der Betriebsrat selbst glaubt nicht an ein vorzeitiges Aus der Atomkraft. „Ich persönlich bin fest davon überzeugt, dass das Kernkraftwerk Grohnde bis zum Termin Ende 2021 weiterbetrieben wird“, sagte Gerl. Auch wenn e.on sich von den konventionellen Energien verabschiede, würde Strom aus Kohle und Kernkraft in den nächsten Jahren noch benötigt. „Dafür leisten die Kollegen gute Arbeit“, sagt er, lässt dabei aber Verbitterung anklingen. Es gehe ihnen dabei nicht vordergründig um e.on, sondern vorrangig um die Sicherheit am Standort. Gerl: „Das ist ihre Verantwortung.“  cb

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