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Muslimischer Fastenmonat Ramadan hat begonnen

Religion Muslimischer Fastenmonat Ramadan hat begonnen

Keine Nahrung, nicht einmal Wasser, vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. 1,6 Milliarden Muslime sind im Ramadan seit Samstag zum Fasten aufgerufen.

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Bis Ende Juni sind Muslime dazu aufgerufen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen oder Sex zu verzichten.

Quelle: dpa

Kairo/Riad. Für Hunderte Millionen Muslime weltweit hat am Wochenende der Fastenmonat Ramadan begonnen. In dem für Muslime heiligen Monat sind mehr als 1,6 Milliarden Gläubige dazu aufgerufen, bis Ende Juni von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen oder Sex zu verzichten. Mit dem Sonnenuntergang ist es Tradition, das Fastenbrechen mit einem üppigen Festmahl im Kreis der Familie zu feiern.

Pflicht für jeden gläubigen Muslim

Das gilt auch für das Fest des Fastenbrechens nach dem Ende des Ramadans. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, nannte den Fastenmonat eine „Hochsaison“, vergleichbar mit der Weihnachtszeit. Das Fasten im Ramadan gehört zu den fünf Säulen des Islams, die für jeden gläubigen Muslim Pflicht sind.

Mit Beginn des Ramadans wächst die Sorge vor neuen islamistisch motivierten Anschlägen. In Syrien, im Irak, im Jemen und in Libyen toben zudem Bürgerkriege, die in den vergangenen Jahren Hunderttausenden Menschen das Leben gekostet haben.

Im vergangenen Jahr hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit einer Terrorserie für Schrecken gesorgt. Unter anderem explodierte vor einem Einkaufszentrum in Bagdad eine Autobombe und tötete mehr als 200 Menschen. Am Istanbuler Atatürk-Flughafen sprengten sich drei Attentäter in die Luft und rissen 45 Menschen mit in den Tod.

Mondkalender gibt den Takt

Auch dieses Jahr fällt der Fastenmonat in die Sommerzeit. Hunderte Millionen Muslime im Nahen und Mittleren Osten verzichten bei Temperaturen von teilweise weit über 40 Grad sogar auf Flüssigkeit. In Kairo beträgt die Zeitspanne zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang dabei etwa 14 Stunden. Der Beginn des Ramadans orientiert sich dabei am Mondkalender, weswegen er jedes Jahr elf Tage früher als im Jahr zuvor anfängt.

Was bedeutet der Fastenmonat für Urlauber in mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern?

Während des Fastenmonats Ramadan müssen Reisende in islamisch geprägten Ländern mit kleineren Einschränkungen rechnen. Zwar müssen sie in Touristenorten und Hotelanlagen keine Probleme fürchten, wie Sonja Hegasy, Vizedirektorin des Leibniz-Zentrum Moderner Orient in Berlin, erläutert. Einige Restaurants und Bars außerhalb von Hotels seien aber tagsüber geschlossen – das treffe vor allem Individualreisende. „Manchmal ist das Essen auch deutlich schlechter, weil der Koch keine Lust auf Kochen hat“, so Hegasy. Im Jahr 2017 beginnt der Ramadan am 27. Mai, er dauert bis zum 24. Juni.

Der Reiseveranstalter FTI, Marktführer für Ägypten auf dem deutschen Markt, betont, dass der Service in den Hotelanlagen und an den hoteleigenen Stränden wie gewohnt angeboten werde. In Restaurants und Cafés in Ortschaften werden dagegen aus Rücksichtnahme auf die Fastenden Speisen und Getränke nur drinnen angeboten, erklärt Elia Gad, bei dem Veranstalter zuständig für den Orient und Nahen Osten.

Touristen müssen sich auch nicht am Fasten beteiligen: „Niemand erwartet, dass Reisende da mitmachen. Aber vor den Fastenden zu essen, ist schon unhöflich“, erklärt Expertin Hegasy. Denn für Muslime sei das Fasten durchaus anstrengend und schwer durchzuhalten. Erst nach Sonnenuntergang brechen sie ihr Fasten in der Regel mit einem festlichen Mahl – das nennt sich auch Iftar.

Hegady rät Urlaubern, auch mal nachts um 2.00 Uhr auf die Straße zu gehen: “Der Monat Ramadan ist geprägt von kulturellen Veranstaltungen und ganz viel Trubel.“ Ähnlich sieht das Elia Gad: Er vergleicht den Ramadan mit der Adventszeit, wenn Plätze und Häuser festlich geschmückt sind.

Von RND/dpa

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