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Minden, Hameln & Nienburg 66-Jähriger tot neben Gleis am Hamelner Bahnhof gefunden
Aus der Region Minden, Hameln & Nienburg 66-Jähriger tot neben Gleis am Hamelner Bahnhof gefunden
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08:55 02.10.2019
Der Hamelner soll nach Ermittlungen der Polizei von dem vorderen Signalmast (Bildmitte) gefallen sein Quelle: fn
Hameln

Ein Notarzt habe dem Hamelner nicht mehr helfen können, so Polizeibeamte. Nach Meinung von Todesursachen-Ermittlern sei der Mann durch einen tragischen Unglücksfall ums Leben gekommen.

Sturz vom Mast

Der Leichnam habe auf Schottersteinen zwischen zwei Gleisen gelegen – zirka 30 Meter von den Bahnsteigen 2 und 3 entfernt. „Der Mann lag unmittelbar neben einem Signalmasten“, sagte ein Polizeioberkommissar. Ermittler einer Tatortgruppe vermuten, dass der Mann unberechtigterweise den Mast hinaufgeklettert war, herunterfiel und bei dem Sturz die tödlichen Verletzungen erlitten habe.

Am Mast befinden sich in fünf und sieben Meter Höhe zwei Plattformen, auf dem der 66-Jährige gestanden haben könnte, so ein Polizist. Bei der polizeilichen Leichenschau sollen sich keine Anhaltspunkte ergeben haben, die auf ein Fremdverschulden schließen lassen. Es gäbe auch keine Hinweise, dass der Hamelner einen Stromschlag erlitten habe, sagten Ermittler.
Der Tote habe bereits mehrere Stunden neben den Gleisen gelegen haben, bevor er entdeckt wurde, berichtete der Oberkommissar.

Verspätungen und Ausfälle

Warum der Leichnam neben der viel befahrenen S-Bahn-Strecke in Richtung Hannover nicht eher entdeckt wurde, sollen Beamte der Bundespolizei untersuchen. Wie es hieß, sollen Zugführer befragt werden, die am Morgen und in der Nacht die Unglücksstelle passiert hatten. Im Zugverkehr der S-Bahnlinie 5 kam es in der Zeit zwischen 12.37 und 13.34 Uhr während des Polizeieinsatzes zu Verspätungen und Teilausfällen, sagte eine Bahnsprecherin. Neun Züge seien betroffen gewesen.

In Hameln kam es auf Gleisanlagen in den vergangenen Jahren bereits zu mehreren schweren Unfällen. Oft erlitten Opfer Stromschläge, nachdem sie Oberleitungen berührten oder denen sehr nahe kamen. Im Jahr 2006 war ein 15 Jahre alter Junge ums Leben gekommen. Der Schüler kletterte in der Nähe des Güterbahnhofs auf einen Gittermast. Als er an einen Isolator fasste, kam es ebenfalls zu einem Spannungsüberschlag.

Schon zwei Unfälle in vergangenen Jahren

Im März 2016 wurde eine 18-Jährige durch einen Stromüberschlag lebensgefährliche verletzt, nachdem sie ebenfalls auf einen Kesselwagen gestiegen war und zu nahe an die Oberleitung geriet.

Im September vergangenen Jahres kam ein zehn Jahre altes Kind bei einem tragischen Unglücksfall ums Leben. Das Kind war in der Südstadt auf einen Kesselwaggon geklettert und erlitt durch einen Stromschlag tödliche Verletzungen.

Von Frank Neitz