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Minden Feuer am Kraftwerk Veltheim: Gebäude eingestürzt, Löscharbeiten nicht möglich
Aus der Region Minden, Hameln & Nienburg Minden Feuer am Kraftwerk Veltheim: Gebäude eingestürzt, Löscharbeiten nicht möglich
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08:34 11.07.2019
Dicke Rauchwolken steigen über dem stillgelegten Kraftwerk in Veltheim in den Himmel. Quelle: mt
Veltheim

Das Feuer auf dem Gelände eines ehemaligen Steinkohle-Kraftwerks in Veltheim hat die Feuerwehr unter Kontrolle. Wie ein Sprecher am Donnerstagmorgen sagte, lassen die Einsatzkräfte das Gebäude derzeit kontrolliert abbrennen. Aufgrund der Einsturzgefahr sei es den Einsatzkräften weiterhin nicht möglich, Löscharbeiten vorzunehmen. Im Laufe des Vormittags soll nun über das weitere Vorgehen entschieden werden, hieß es in der Nacht.

Abbrucharbeiten mögliche Ursache

Ein Großaufgebot der Feuerwehr ist vor Ort. Eine meterhohe Rauchwolke zieht über das Gelände. Wie Detlef Brand, Leiter des Ordnungsamts der Stadt Porta auf Anfrage des Mindener Tageblatts mitteilte, entstand das Feuer bei Abbrucharbeiten am Kraftwerk. Eine Firma ist derzeit damit beauftragt große Teile des Komplexes abzureißen, etwa 20 Arbeiter sind dafür im Einsatz. Verletzt wurde von ihnen niemand, so Brand. Allerdings habe es am Mittwoch gegen 18 Uhr vier bis fünf kleine Explosionen am Kraftwerk gegeben.

Die Einsatzkräfte führten demnach auch Schadstoffmessungen in der Luft durch. Ergebnisse lagen auch am Donnerstagmorgen noch nicht vor. Nach Angaben des Feuerwehrsprechers könnten Gummiverkleidungen innerhalb des Gebäudes für die weithin sichtbare Rauchwolke verantwortlich sein.

pr.

Schaulustige bereiten Probleme

Laut Auskunft von Lutz Altenhöner, Sprecher der Portaner Feuerwehr, entstand der Brand vermutlich in der Rauchgasentschwefelung auf dem Gelände. Der Wäscher für die Rauchgase sei demnach innen dick gummiert, was die starke Rauchentwicklung erklären könnte. Auch von der Feuerwehr wurde niemand verletzt. Ein Helikopter der Polizei beobachtet das Gelände von oben.

Probleme bereiten allerdings zahlreiche Schaulustige, die teilweise mit ihren Familien den Großeinsatz beobachten, fotografieren und filmen. Inzwischen wurde eine Sicherheitsfirma beauftragt, die Bürger vom Kraftwerk fern zu halten. Auch die Polizei räumt das Gelände, weil weiterhin Einsturzgefahr droht. Deshalb ist derzeit auch das THW mit einem Bulldozer unterwegs nach Porta.

pr.

Umsonst & Draußen-Festival fraglich

Die Warn-Apps NINA (Minden-Lübbecke) und BIWAPP (Landkreis Schaumburg) der Katastrophenschutzbehörden baten Anwohner im Umkreis, Fenster und Türen aufgrund der Geruchsbelästigung geschlossen zu halten. Lüftungs- und Klimaanlagen sollten umgehend abgeschaltet werden.

Ob das Umsonst & Draußen-Festival, was vom 2. bis 4. August auf dem Gelände des Kraftwerks traditionell stattfinden, wie geplant laufen wird, ist derzeit noch völlig unklar. "Wir hoffen, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind und dass das keine Auswirkungen auf unser Festival hat", heißt es auf der Facebook-Seite des Festivals.

Das Kraftwerk wurde im März 2015 stillgelegt. Zeitweise beherbergten die Bürogebäude Flüchtlinge, 2018 wurde das Gelände verkauft. Mitte vergangenen Jahres hat die Entwicklungsgesellschaft GKW Veltheim das Areal mit dem früheren Steinkohlekraftwerk übernommen. Im November schrieb die Gesellschaft in einer Pressemitteilung, „dass mit dem sichtbaren Rückbau der Schornsteine in ungefähr zweieinhalb Jahren zu rechnen ist". Das wäre somit im Frühjahr 2021.

Am ehemaligen Kraftwerk in Veltheim ist ein Großbrand ausgebrochen. Teile der Gebäude sind eingestürzt, daher sind Löscharbeiten nicht möglich. 

 dpa/mt