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Bad Rehburg Ein sympathischer Querkopf
Ein sympathischer Querkopf
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16:12 20.01.2012
Fröhlicher Abschied mit Ölbild: sein eigenes Konterfei hat Dieter Hüsemann von seinem Nachfolger Martin Franke überreicht bekommen.
Fröhlicher Abschied mit Ölbild: sein eigenes Konterfei hat Dieter Hüsemann von seinem Nachfolger Martin Franke überreicht bekommen. Quelle: ade
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Bad Rehburg (ade). Janna ist dabei gewesen, um zu schauen, ob ihr Opa auch wirklich das Rehburg-Loccumer Rathaus hinter sich lassen wird. „Sie hat viele Dinge mit mir vor“, sagte Hüsemann mit Blick auf seine einjährige Enkelin, die sich mitten in den Reden in der ‚Romantik Bad Rehburg’ immer mal wieder zu Wort meldete. Die Zeit mit seinen beiden Enkelinnen ist etwas, auf das sich der scheidende Bürgermeister besonders freut und das machte ihm wohl auch den Abschied leichter – auch und trotz der Lobeshymnen, die er am Abend seines 65. Geburtstages zu hören bekam. „Ich beginne allmählich, all das zu glauben“, meinte er. Aber genau so habe er sich den Abend gewünscht. Mit etwas Übertreibung und viel Fröhlichkeit.

Dass die 90 Minuten, die mit Reden gefüllt waren, nicht zur langweiligen Veranstaltung verkamen, dafür sorgten alle, die an das Pult traten, um sich zu erinnern, wie sie die Zeit mit Dieter Hüsemann erlebt haben.

„Dieser neue Chef ist brandgefährlich“, habe ein Mitarbeiter ihn gewarnt, als Hüsemann vor 22 Jahren im Rehburg-Loccumer Rathaus gelandet sei, sagte Hüsemanns Nachfolger Martin Franke. Das habe sich insofern bewahrheitet, dass er seinen Leuten immer viel abverlangt, sich selbst aber stets das größte Päckchen aufgeladen habe. Als „sympathischer Querkopf“ werde Hüsemann den Mitarbeitern im Nienburger Kreishaus in Erinnerung bleiben, sagte Landrat Detlev Kohlmeier. Das zumindest habe eine Umfrage ergeben, die er bei einer Wanderung durch die Flure seiner Wirkungsstätte durchgeführt habe. „So lustige Sachen“ wie zahlreiche Ehrungen von Bürgern, habe Hüsemann immer gemacht, erinnerte sich der Abt des Loccumer Klosters, Horst Hirschler. „Und mich haben Sie zum Ehrenbürger gemacht“, fügte er hinzu. Leidenschaft für das, was er tat, bescheinigten ihm andere, dass er sich nicht verbogen habe, für seine Überzeugungen eingetreten und dass es ein Wohlklang gewesen sei, mit ihm gemeinsam zu arbeiten.

Die Lacher auf ihrer – und auf Hüsemanns – Seite hatten die Ortsbürgermeisterinnen von Loccum, Rehburg und Münchehagen, Dörte Zieseniß, Angelika Teßner und Renate Braselmann. Sie traten in gestärkten Schürzen auf die Bühne und überreichten ‚ihrem’ Bürgermeister allerlei Geschenke. Angefangen bei einem Lebkuchenherz zur Erinnerung an die städtischen Schützenfeste über eine Mönchskutte bis zu einer CD mit Musik der Romantik – die Sanierung der ‚Romantik Bad Rehburg’ war schließlich eine der großen Aufgaben, die Hüsemann konsequent vorangetrieben hat.

Dann sollte es gut sein mit den Reden: Janna freute sich, dass ihr Opa sein Versprechen wahr gemacht hatte und ließ sich zufrieden auf den Arm nehmen. Für alle anderen gab es Fingerfood und viele Gespräche.