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Bad Rehburg Standort für schnelleres Internet
Standort für schnelleres Internet
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21:35 10.11.2010
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Rehburg-Loccum (ade). LTE stehe für ‚Long Term Evolution‘ und bezeichne die vierte Mobilfunkgeneration (4G), mit der die „weißen Flecken“, die unzureichend mit Internet versorgt sind, geschlossen werden können, heißt es in einer Pressemitteilung der Telekom. Damit müsse nicht mehr gewartet werden, bis das Glasfasernetz ausgebaut werde. Schneller Internet-Empfang werde vielmehr per Funk möglich.

Der Sendemast, an den die Technik angeschlossen wird, steht auf dem Brunnenberg in Bad Rehburg. Profitieren sollen davon Haushalte in Wunstorf und Neustadt, in Haste, Hohnhorst, Wiedensahl und Auhagen, in Stolzenau, Landesbergen und Leese. Bis nach Petershagen in Nordrhein-Westfalen reiche der Sender, teilt Telekom-Pressesprecher Lorenz Steinke mit, auch Teile Rehburg-Loccums würden angeschlossen. Bad Rehburg, Münchehagen und Teile Rehburgs würden besser versorgt. Die Verbindungen würden mit LTE ähnlich schnell wie im Festnetz in Ballungsräumen.

Ein „Zirkelschlag“ um den Verteiler könne allerdings nicht gemacht werden, räumt Steinke ein. Der Empfang richte sich unter anderem nach den topografischen Verhältnissen, was heiße, dass beispielsweise der Empfang an Bergrücken zu dem Sender schwierig sei.

Rehburg-Loccums Bürgermeister Dieter Hüsemann sieht die Auswahl Bad Rehburgs als Standort positiv. Schnelles Internet sei ein wichtiger Standortfaktor sowohl für die Bürger als auch für die Wirtschaft. Erst im vergangenen Jahr hatte die Stadt auf Verbesserungen gehofft, als längs durch Rehburg Glasfaserkabel verlegt wurden. Von diesen profitiert allerdings lediglich das Unternehmen „Henniges Automotive“, das seinen Sitz am nördlichen Rand des Ortes hat – trotz Bemühungen von Stadt und Henniges war es nicht möglich, über dieses Kabel auch die privaten Anlieger zu versorgen. So mancher Haushalt im Norden Rehburgs kann lediglich auf ISDN zurückgreifen.

Entgegen dem bisherigen Anschluss des Routers über den Telefonanschluss werde mit LTE das Endgerät ins Fenster gestellt, sagt Pressesprecher Steinke. Voraussichtlich zum Frühjahr 2011 sollen diese neuen Router zur Verfügung stehen. Engpässe bei der Lieferung – insgesamt sollen noch in diesem Jahr bundesweit mehr als 500 Orte im ländlichen Raum angeschlossen werden – befürchtet Steinke nicht. „Die Gerätehersteller sind gehalten mitzuziehen“, sagt er. Die Preise für die Router, die die Kunden kaufen müssten, und auch die Tarife für LTE stünden derzeit noch nicht fest.

Im Mai hat die Telekom für rund 1,3 Milliarden Euro neue Funkfrequenzen ersteigert, die den Ausbau des 4G-Netzes ermöglichen. Die Nutzung der ehemaligen Rundfunkfrequenzen ist an strenge Lizenzauflagen der Bundesnetzagentur gebunden. Demnach müssen 90 Prozent der unversorgten Orte in Deutschland bis 2016 an schnelle Breitband-Infrastruktur angeschlossen werden. „Wir sind zuversichtlich, die Auflagen sogar noch früher zu erfüllen“, sagt Bernhard Preilowski, Leiter Technik Nord, Telekom Deutschland GmbH. LTE sei eine Weiterentwicklung der von der Telekom bisher angebotenen Mobilfunktechnologien GSM und UMTS.

Ab sofort bietet die Telekom Kunden und Interessenten die Möglichkeit, sich auf einer Webseite für die neue 4G-Technik und das entsprechende Angebot „Call and Surf Comfort via Funk“ vormerken zu lassen. Nach der Registrierung unter www.telekom.de/4g erhalten Kunden weitere Informationen, die in den nächsten Wochen kontinuierlich erweitert werden sollen.