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Bad Rehburg Tür und Tor für neue Nutzungen öffnen
Tür und Tor für neue Nutzungen öffnen
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23:03 30.09.2010
Liliana und Lars Plate planen eine Hotel- und Ferienanlage in dem kleinen Ort. Foto: ade
Liliana und Lars Plate planen eine Hotel- und Ferienanlage in dem kleinen Ort. Foto: ade
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Lars Plates größtes Problem ist sein Alter – für die meisten Dinge, die er gemacht hat und macht, scheint er vielen Menschen mit seinen 26 Jahren einfach zu jung.
„Task Force Manager“ steht auf der Visitenkarte des Oldenburgers. Vom VW-Konzern sei er zu solch einem „Sonder-Operateur“ ausgebildet worden, um immer dort in Autohäusern einzuspringen, wo die Zahlen nicht mehr stimmen, sagt Plate. Teilweise habe er mehrere Autohäuser gleichzeitig gemanagt. Mit 16 Jahren, als er den Realschulabschluss in der Tasche hatte, habe er eine Ausbildung in einem Autohaus angefangen – mit dem Vorsatz, Geld zu verdienen und Verantwortung zu übernehmen. Mit 17 Jahren habe er angefangen, Autos zu verkaufen, sei schnell einer der besten Verkäufer geworden. Irgendwann wurde VW auf ihn aufmerksam und lud ihn zu der Ausbildung ein. So kam es, dass er sich mit 18 Jahren seine erste Immobilie kaufen konnte – eine Altbauvilla in Oldenburg.
Mittlerweile – mit 26 Jahren – nennt er ein Autohaus in Bad Zwischenahn und Immobilien in Oldenburg, Bremen und Hamburg sein Eigen. Wichtig bei allen Immobilien, die er und seine Frau Liliana gekauft haben, war ihm die Rentabilität. Und die sieht er auch bei ihrem jüngsten und bisher größten Projekt, das sie nun in Bad Rehburg starten: der Bau einer Hotel- und Ferienanlage auf den Grundstücken im Ortskern, die vom Landeskrankenhaus nicht mehr genutzt werden.
Das „Kurhaus Lohr“ soll ein Hotel für Erholungssuchende und Tagungsgäste werden, das „Hotel Tegtmeier“ das Zentrum einer Anlage, in der Familien einen erlebnisreichen Urlaub verbringen können. Und für das ehemalige „Sanatorium“ ist der Plan, daraus ein Jugendhotel zu machen – auch wenn der Kaufvertrag für dieses Gebäude noch nicht abgeschlossen ist, wie Martin Franke aus der Rehburg-Loccumer Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Bad Rehburger Ortsrates sagte.
Der Ortsrat hat keine Einwände gegen den Vorschlag, Flächennutzungs- und Bebauungsplan so zu ändern, dass diesen Nutzungen Tür und Tor geöffnet werden – waren die Befürchtungen doch schon groß, dass die drei Gebäude dem Verfall preisgegeben werden, da die Landesregierung sich weder aktiv um den Verkauf kümmerte, noch Anstrengungen zeigte, die Gebäude zu erhalten.
Wenn der Plan von Lars und Liliana Plate aufgeht, dann werden in Bad Rehburg rund 80 Betten zur Verfügung stehen. Das Dach des Kurhauses und eine Heizung sollen noch vor dem kommenden Winter eingebaut werden, unterdessen ist das Ehepaar auf der Suche nach Betreibern für die Anlage. Wenn dann das „Madeira des Nordens“ – so wurde Bad Rehburg früher genannt und so ist auch der Arbeitstitel der Anlage – fertig und in Betrieb genommen ist, dann will das Ehepaar Plate sich dorthin zurückziehen und, wie Liliana Plate sagt, „nach dem rasanten Leben hier einen Rückzugsort haben“.

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