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Bad Rehburg Wenig Einfluss von „Frauen an der Leine“
Wenig Einfluss von „Frauen an der Leine“
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20:21 16.01.2014
Die Offenbarung innerhalb der Lesung ist das Harfenspiel von Mariette Hoppe. Quelle: ade
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Bad Rehburg

Es ist ein alter Witz, wenn gefragt wird, wo Männer ihre Frauen an der Leine spazieren führen. Und „Hannover“ als Antwort ist altbekannt. Die einst zündende Idee ist für Barbara Fleischer aber weitaus mehr als das: Als Städteführerin nimmt sie bekannte „Frauen an der Leine“ in Hannover ins Visier.

 Zwei dieser Persönlichkeiten stellte sie im Winterforum vor: Kurfürstin Sophie und Königin Friederike. Da sich der Beginn der Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien in diesem Jahr zum 300. Mal jährt, hat sie die Frauen ausgewählt, die am Anfang und am Ende dieser Verbindung standen.

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 Der lauschenden Menge trug sie die Lebensgeschichten vor – teils als Lesung aus ihrem Buch, teils als freie Erzählung. So interessant die Geschichten auch sein mögen, kam Fleischer jedoch kaum über die Fakten und Daten hinaus. Ihrer anfänglichen Ankündigung, in ihrem Buch Frauenpersönlichkeiten vorzustellen, die ihr Leben selbstbewusst in die Hand genommen hätten, wurde dieser Vortrag nicht gerecht. Vielmehr entstand der Eindruck, dass beider Schicksale durch ihre adelige Geburt in Bahnen gelenkt wurden, die sie selbst kaum beeinflussen konnten. Und auch der Ausflug der Autorin in die Geschichte des ehemaligen königlichen Bades Bad Rehburg, in dem vor Jahrhunderten Friederike oft weilte, rettete den Abend nicht.

 Zu einem Vergnügen hat jedoch Mariette Hoppe die Stunden in der „Romantik“ gemacht. Ihre Generalprobe für die Teilnahme am Wettbewerb „Jugend musiziert“ sei der Beitrag, den sie auf der Harfe vorführe, hatte Dieter Hüsemann zu Beginn gesagt. Was der Vorsitzende des Fördervereins der „Romantik“ – der Veranstalter des „Winterforums“ – dort ankündigte, erwies sich als Goldstück. Davon hätten gern mehr als drei Stücke erklingen können. ade