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Bad Rehburg Zehnter Geburtstag für die „Romantik“
Zehnter Geburtstag für die „Romantik“
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18:32 03.03.2013
„Auf Flügeln des Gesangs“ stimmen Stefanie Golisch und Jennifer Peters auf das Geburtstagsfest in der „Romantik“ ein.
„Auf Flügeln des Gesangs“ stimmen Stefanie Golisch und Jennifer Peters auf das Geburtstagsfest in der „Romantik“ ein. Quelle: ade
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Von Beate Ney-Janßen

Bad Rehburg. Eine Einladung zu einem Konzert hat am Beginn des kleinen Jubiläums gestanden. Zur abendlichen Stunde ertönten Harfenklänge aus dem Saal der Wandelhalle, begleitet vom Gesang der Sopranistin Stefanie Golisch. Die hatte bereits vor zehn Jahren an dieser Stelle gesungen — damals, als die ehemaligen Kuranlagen endgültig dem Verfall entrissen und als „Romantik Bad Rehburg“ neu eröffnet worden waren. Dass aus dem Ensemble aus der Zeit der Romantik, das einst als Kuranlage gebaut und über die Jahrhunderte immer wieder anderen Nutzungen zugeführt wurde, mittlerweile ein kleines, aber feines Kulturzentrum auf dem Land geworden ist, sollte so gefeiert werden. Konzerte sind schließlich eines der Standbeine der „Romantik“.

Was ansonsten noch zu dem Konzept der Anlage gehört, gab es in geballter Form am folgenden Tag für alle Besucher. Wer sich näher mit der Geschichte des Kurlebens zur Zeit der Romantik befassen wollte, der nahm die literarische Führung im Neuen Badehaus in Anspruch. Im Stockwerk darüber hatten wenige Stunden zuvor bereits viele Gäste erfahren, was die Farbwelt der Künstlerin Karin Hess bestimmt – die Vernissage zu deren Ausstellung zeitgenössischer Malerei ist ein weiteres Element des Tages gewesen, das die Vielfalt der „Romantik“ zeigte. Der Ausblick auf die Ausstellung, die im April auf Hess „Alles in Farbe“ folgen soll, begegnete den Gästen indes schon überall in der Anlage: Ab dem 27. April wird die „Duckomenta“ in Bad Rehburg gastieren – der Förderverein hat es möglich gemacht, die für eine kleine Spielstätte nicht eben günstige Ausstellung in die Stadt zu holen.

Erzählungen aus der Historie des Kurortes haben den restlichen Tag zu einem vergnüglichen gemacht – mit einer Führung auf den Promenaden rund um Bad Rehburg, die Gartenbaumeister vor rund 200 Jahren schufen, mit einer historischen Führung durch die Geschichte des Ortes durch Barbierin Marie und ihren Gatten Hans, und mit Erzählungen des Wunstorfers Alfred Schröcker. Er war es, der vor rund zehn Jahren das alte, vergessene Kurtagebuch des Johann Christian Kestner herausgab und kommentierte. Kestner hatte im Juli 1765 in Bad Rehburg die Freuden der Kur genossen – der Schriftwechsel mit seinen Schwestern aus dieser Zeit ist ein Gemälde dessen, wie einst der Kuralltag in dem kleinen Ort aussah.