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Loccum 2013 nach Loccum pilgern
2013 nach Loccum pilgern
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18:11 17.09.2012
Die große kulturelle Bandbreite des Jubiläumsprogramms stellt das Kloster mit einem Rap im Kapitelsaal neben den Gräbern der Stifter des Klosters vor.
Die große kulturelle Bandbreite des Jubiläumsprogramms stellt das Kloster mit einem Rap im Kapitelsaal neben den Gräbern der Stifter des Klosters vor. Quelle: ade
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Loccum (ade). „Ich will und muss nach Loccum pilgern, sonst geht die Welt unter.“ Weshalb die Welt untergeht, wenn es denn nicht nach Loccum kommen sollte, wird in dem Märchen „Vom Hühnchen, das nach Loccum wollte“ nie gesagt. Weshalb 2013 alle Welt nach Loccum pilgern sollte, darauf haben einige Herren mit einer Pressekonferenz in eben jenem Kloster aber deutlich hingewiesen.

Da ist zum einen Michael Kalla, Geschäftsführer des Klosters und für das „große Ganze“ der Jubiläumsvorbereitungen zuständig. Er breitete den Reigen der Feste aus, wies auf mittelalterlichen Markt und Pilgerbegegnung, auf internationales Jugend-Camp wie auch darauf hin, dass leibhaftige Zisterzienser-Mönche das evangelische Kloster besuchen würden. Vom 21. März bis zum 31. Oktober wird gefeiert – und in dieser Zeit, sagte Kalla, stünden allein 650 Führungen durch die mittelalterliche Anlage auf dem Programm. Wer dann noch verweilen möchte, kann an einem Stundengebet teilnehmen: täglich um 12, 15 und 18 Uhr läutet die Glocke zu der kurzen Andacht.

Ein weiterer Bestandteil des Jubiläums wird das Musikprogramm sein. Zusammengestellt hat es Hans Bäßler, der nicht zuletzt als Vizepräsident des Deutschen Musikrates für diese Aufgabe prädestiniert ist. Konzerte mit internationalen Organisten hat er in das Programm genommen. Zudem wird eine Kantatenreihe erklingen, die sonntägliche „Musik zur Einkehr“ hat er einbezogen, lädt zu Musikakademien ein und kombiniert mit einer weiteren Reihe unterschiedliche Genres der Musik. 62 Veranstaltungen mit Musik hat Bäßler geplant.

Die Verantwortung für den dritten kulturellen Teil hat das Kloster Hanjo Kesting übertragen, der viele Jahre leitender Kulturredakteur beim NDR war. Sein Literaturprogramm steht dem der Musik in nichts nach. So hat er etwa Günter Grass für Autorenlesungen gewinnen können. Und er fragt neben anderen Persönlichkeiten aus der Kirche auch Margot Käßmann nach ihren literarischen Lieblingstexten, die diese dann wiederum von Schauspielern vorgetragen bekommt, um sie selbst zu interpretieren.

Als weitere Säule greift Kesting Thementage auf. Zugunsten der Vorlieben des Publikums hat er insbesondere in die Urlaubszeit Lesungen von Kästner, Busch und Fontane gelegt. Dass es um das Loccumer Kloster geht, wird mit weiteren Veranstaltungen verdeutlicht. So sind etwa Thementage den Loccumer Hexenprozessen und der Verbindung der Münchhausens nach Loccum gewidmet.

Wie Vergangenes und Neuzeit in Loccum kombiniert werden können, verdeutlichte eine kleine Kostprobe im Kapitelsaal des Klosters. Neben den Gräbern der Kloster-Stifter improvisierte dort Tobias Kunze einen Rap zum Kloster. Im Literaturprogramm wird er mit Poetry-Slam vertreten sein.

„Keine Veranstaltung haben wir zweimal im Programm“, betonte Kesting – und verwies auf die Ausnahme: Sowohl den Anfang als auch das Ende seiner Programme bilden Abende mit Klostergeschichten aus 850 Jahren. „Vom Hühnchen, das nach Loccum wollte“ ist deren Titel – und hier greift auch, was Roger Cericius, Projektkoordinator neben Michael Kalla, der versammelten Presse mit auf den Weg gibt: „Mit der großen Bandbreite unseres Programms wollen wir viele Menschen ansprechen. Und wenn sie erst einmal hierher gekommen sind, werden sie das Besondere des Ortes spüren und auch wiederkommen.“ Pilgern nach Loccum ist in 2013 also angesagt.

Das vollständige Kulturprogramm zum Loccumer Klosterjubiläum kann unter www.klosterloccum2013.de eingesehen werden. Ab sofort können dort auch Karten für die Veranstaltungen reserviert werden.