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Loccum „Aufhübschen“ genügt nicht
„Aufhübschen“ genügt nicht
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21:30 02.05.2010
In diesem Sommer noch wird eine Staubschutzwand in den Innenraum der Klosterkirche eingezogen. Dort, wo ehemals der Lettner stand.
In diesem Sommer noch wird eine Staubschutzwand in den Innenraum der Klosterkirche eingezogen. Dort, wo ehemals der Lettner stand. Quelle: ade
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Loccum. Wie zu den Zeiten, als noch Mönche in dem Kloster lebten, wird voraussichtlich im Juli eine hölzerne Wand in der Mitte der Kirche eingezogen. Dort, wo einst der Lettner die Mönche vom übrigen Volk in der Kirche trennte, wird erneut eine Schranke errichtet. Im Westteil der Kirche beginnen dann die Bauarbeiten, der Ostteil mit dem Altar kann noch bis zum 7. Januar 2011 genutzt werden. Die Kirche wird geschlossen, Gottesdienste und Feierlichkeiten in andere Räume des Klosters verlegt. Für den 1. Advent 2012 ist der erste Gottesdienst in der komplett sanierten Klosterkirche geplant.

„Der Druck der Gewölbe auf die Seitenmauern ist gewaltig“, beschreibt Horst Hirschler, Abt des Loccumer Klosters, die Situation. Das sei zwar seit der Erbauung der Kirche vor rund 800 Jahren so, nun zeigten sich aber Probleme. „Nehmen Sie ein Fernglas, dann kann ich Ihnen die Risse über den Fenstern zeigen“, sagt der Abt. Haarrisse zwar nur, um der Sicherheit willen müsse die Statik der Kirche aber verbessert werden. Vorgesehen seien Stahlanker, die durch die Außenmauern gezogen werden – waagerecht, ringsum, um wie ein Zugband zu wirken und die Mauern zusammenzuhalten.

Vor dem Jubiläum, das das Kloster vom 21. März bis zum 31. Oktober 2013 feiern will, sollte die Kirche neu ausgemalt werden – das war der ursprüngliche Plan. Nun steht jedoch die statische Sicherung vor dem „Aufhübschen“ des Raumes, wie es Michael Kalla nennt. Der Studieninspektor im Predigerseminar ist mit einer halben Stelle für die Vorbereitungen des Jubiläums abgestellt worden. Ihm zur Seite steht Klosterförster Karsten Sierk, der die Bauarbeiten koordiniert.

Mehr als zwei Millionen Euro werde die Kirchensanierung kosten, sagt der Abt. Den größten Teil trage die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover, den Rest das Kloster. Sorgenvoll blickt er dabei drein. Sagt, das Kloster sei finanziell klamm. So suche das Kloster noch nach Sponsoren.
Letztendlich sei bei allen Problemen das Jubiläumsjahr das Erwartungs- und Glanzlicht, das über allem stehe. ade