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Loccum ‚Die Seele des Orchesters’
‚Die Seele des Orchesters’
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12:54 23.12.2012
Die Mühe lohnt: Henrike Graf gehört mittlerweile zum Ensemble des Bundesjugendorchesters. 
Die Mühe lohnt: Henrike Graf gehört mittlerweile zum Ensemble des Bundesjugendorchesters.  Quelle: ade
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Loccum (ade).  Die Berliner Philharmonie ist eines der Ziele im Januar. Weiter geht die Reise durch viele Städte in Deutschland, aber auch in Slowenien und in Italien ist jeweils ein Konzert des Bundesjugendorchesters geplant. Drei Wochen wird die Tournee dauern – für Henrike Graf ist es die zweite Reise, die sie mit diesem Ensemble unternimmt. Begeistert erzählt sie von den Wochen. Viele Freunde hat sie in diesem Orchester gefunden. Solche, die wie sie für klassische Musik schwärmen, die gemeinsame Interessen haben. Da wird keiner schief angeguckt, nur weil er statt Hip Hop und Techno Stücke von Bach und Strauß im CD-Regal stehen hat. „Wir hören natürlich auch andere Musik“ sagt sie, aber Klassik hat es ihr nun einmal angetan.

Ihr Traum ist es, einmal in einem großen Orchester als Solo-Hornistin zu spielen. In einer Staatsoper etwa. Solche Stellen seien allerdings rar gesät, sagt sie und rudert zurück – in einem Orchester zu spielen wäre supertoll. Dafür studiert sie seit einigen Monaten Musik in Karlsruhe. Waldhorn ist ihr Fach. Das spielt sie seit ihrem zehnten Lebensjahr. „Der Klang ist am Schönsten“ begründet sie ihre Instrumentenwahl und außerdem spiele ihre Mutter auch das Horn. Der warme und weiche Klang des Horns hat es ihr angetan. Das Horn sei die Seele des Orchesters, werde oft gesagt. Dabei sei das Spielen auf dem Horn sehr anspruchsvoll. ‚Kieksen’ komme auch bei den besten Hornisten ab und zu vor. „Es gibt wohl niemanden, der das Horn perfekt spielt“, sagt die 18-Jährige, ein wenig Glücksspirale sei immer dabei. 

Dass sie im Bundesjugendorchester mitspielen darf, mit ihm auf Tournee gehen, in renommierten Häusern spielen und das teilweise unter der Leitung von weltweit bekannten Dirigenten, freut sie sehr. Anfang 2012 hatte sie sich beworben, wurde eingeladen, fuhr zu einem Probespiel und war mit ihrer Leistung nicht sonderlich zufrieden. Die Jury sah das wohl anders, denn kurz darauf hatte sie zu Zusage im Briefkasten. Was sie dann nach der ersten Tournee besonders freute, war die Aussage eines Dirigenten, dass die Aufführung dieses Orchesters von Strauß’ Alpensinfonie besser geklungen habe als von so manchem Profi-Ensemble. „Bei uns sei noch keine Routine eingekehrt und wesentlich mehr Enthusiasmus vorhanden, hat er uns gesagt“, erklärt Henrike Graf. Enthusiasmus gehört wohl dazu, um neben dem Studium die Tourneen zu bewältigen oder – wie bei ihrer ersten Tournee – zwei Tage nach der Rückkehr vier Abitur-Klausuren zu schreiben.