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Loccum „Die schöne Stille hören?“
„Die schöne Stille hören?“
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15:50 03.02.2013
Wie die Mönche in früheren Zeiten sitzen Kinder und Erwachsene im Chorgestühl des Klosters Loccum, um das Schweigen zu spüren. 
Wie die Mönche in früheren Zeiten sitzen Kinder und Erwachsene im Chorgestühl des Klosters Loccum, um das Schweigen zu spüren.  Quelle: ade
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Loccum (ade). Zoe ist ziemlich zufrieden mit ihrem Beitrag. „Die Mönche, die Stille, der Gesang und der Klang" sind das Thema gewesen, an dem sie in den vergangenen vier Tagen gemeinsam mit weiteren Kindern und einigen Erwachsenen gearbeitet hat. „Stell dir vor, du bist ein Mönch und setzt dich ins Chorgestühl. Mach die Augen zu und lausche. Kannst du die schöne Stille hören?“ So beginnt der Artikel, den die Zehnjährige für den Kinderklosterführer geschrieben hat und mit dem sie Kindern einen Wegweiser geben will, die Stille und den Klang im Kloster zu erfahren.

Von Kindern und für Kinder soll das kleine Heft sein, in vier Gruppen sind die Kinder dafür durch das Kloster Loccum gezogen. Sie haben sich mit den alten Gebäuden auseinander gesetzt, haben erlebt, wie die Mönche ihren Tag früher in diesen Mauern verbrachten, sind dem Wirtschaftskonzept des Zisterzienser-Ordens auf die Spur gekommen und haben den Klängen in der Kirche nachgespürt.

Wissenschaftliche Erklärungen haben die Sieben- bis Zwölfjährigen zu allen Bereichen von Experten erhalten - vom Klosterförster, der mit ihnen durch den Wald bis zur Luccaburg gezogen ist, und von einer Studieninspektorin im Loccumer Predigerseminar, mit der sie Gebetszeiten ausprobierten und erfuhren, wie sich die Mönche trotz des Schweigegebots unterhalten konnten. Mit dem Stiftskantor haben sie Gesänge eingeübt und sich von Tönen auf der neuen Orgel verzaubern lassen. Und die Baumeister-Gruppe hat sich Gewölbe von unten angesehen, um diesen anschließend über enge Wendeltreppen aufs Dach zu steigen.

Der Anlass für diese Kinderakademie ist eigentlich ein sehr nahe liegender gewesen. Denn in wenigen Wochen beginnt das Kloster Loccum mit den Feierlichkeiten zu seinem 850-jährigen Bestehen. Das wird groß und über sieben Monate gefeiert – da bot es sich an für Petra Steinberg-Peter, die in der Evangelischen Akademie Loccum die Kinderakademien leitet, Kinder als Spürnasen auf das Kloster anzusetzen, um andere Kinder, die diesen Ort besuchen, mit einer kindgerechten Anleitung zum Entdecken auszustatten.

Der letzte Höhepunkt der Akademie ist für die Kinder der Besuch des Abtes des Klosters, Horst Hirschler, gewesen. Ihm haben sie einen der Kinderklosterführer überreicht und ihm erzählt, was sie erlebt haben und was sie am Kloster fasziniert hat. Das werde er sich zu Hause alles sehr genau durchlesen, versprach der Abt, bevor er sich bei jedem Kind einzeln bedankte für dieses Werk, das in 850 Jahren Klostergeschichte das erste seiner Art sei.

Der Kinderklosterführer sei demnächst am Empfang der Akademie erhältlich, sagte Steinberg-Peter. Ob und in welcher Form auch das Kloster darauf zurückgreifen werde, das müsse der Abt nun nach gründlicher Lektüre entscheiden.