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Loccum Es soll kein Gras darüber wachsen
Es soll kein Gras darüber wachsen
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13:18 23.01.2013
Von seinen Fahrten zur Gedenkstätte in Auschwitz will Klaus Petzold am 26. Januar in Loccum berichten. Quelle: ade
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Loccum (ade)

In den 1970er Jahren habe er seine erste Fahrt nach Auschwitz gemacht, erzählt Klaus Petzold. Damals arbeitete der Professor für Religionspädagogik als Dozent am Religionspädagogischen Institut Loccum (RPI). Es sei der Zeit geschuldet gewesen und dem sich ändernden Verhältnis der Kirche zur Politik, dass solch eine Fahrt möglich wurde, sagt er. Damals hatte er das gesamte Kollegium des RPI dabei. Die Gedenkstätte zu besuchen und dort etwas zu tun, sei der Ansatz gewesen. Im wahrsten Sinne des Wortes sollte „kein Gras darüber wachsen“, sodass alle gemeinsam auch die Friedhofsarbeit in Modder und Kies machten – für viele, sagt Petzold, sei das eine völlig neue Erfahrung gewesen. Seitdem ist der 75-jährige Loccumer noch oft nach Polen gefahren, in seiner Loccumer Zeit mit Lehrern aus Niedersachsen, später, als er in Jena Professor wurde, mit Gruppen aus Thüringen.
„Wir müssen das selber sehen. Was unsere Eltern uns erzählen – oder auch verschweigen – kann nicht alles sein.“ So begründet er seine Veranlassung, sich mit Auschwitz so intensiv auseinanderzusetzen. Aus seiner Biografie und aus seiner Generation heraus sei dieser Wunsch gewachsen.
Ähnliche Erfahrungen hat Eberhard Sievers, der einige Jahre älter ist als Petzold. Er gehörte zu der ersten RPI-Gruppe, die nach Auschwitz fuhr, damals als stellvertretender Rektor des Instituts. Jahre zuvor hatte er sich aber schon auf den Weg gemacht – um zu verstehen.
Der Dritte schließlich in der Runde derjenigen, die von ihren Erfahrungen erzählen wollen, ist Hauke Brammer – der wiederum mit einem Alter mitten in den Zwanzigern einer vollkommen anderen Generation angehört.
Als Lesungen wollen die drei Loccumer ihrer Erlebnisse vortragen und anschließend in eine Diskussion mit ihren Zuhörern einsteigen. Der Eintritt ist kostenfrei, ebenso wie die Getränke.