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Loccum „Fipps“ wird nicht der Name sein
„Fipps“ wird nicht der Name sein
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18:27 12.10.2012
Zwei Menschen und zwei Äffchen: Horst Hirschler und Marion Meister mit dem gezeichneten Äffchen und seinem steinernen Vorbild in einem Kapitell des Kreuzgangs. 
Zwei Menschen und zwei Äffchen: Horst Hirschler und Marion Meister mit dem gezeichneten Äffchen und seinem steinernen Vorbild in einem Kapitell des Kreuzgangs.  Quelle: ade
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Loccum (ade). Wer sich im Kloster Loccum auf Spurensuche nach figürlichen Darstellungen begibt, muss lange suchen und genau hinschauen. Während manche Orden in ihren Wandschmuck schier verschwenderisch Abbildungen von Tieren und Menschen einarbeiteten, war es eines der Merkmale der Zisterzienser, sich hierin zu bescheiden. Aber ganz und gar wollten sie es doch nicht sein lassen – und so sind im Kreuzgang des Klosters ein Adler mit seinem Jungen, ein Singvogel, ein Dämon und ein kleiner Affe zu finden.

Der Affe, der sich mit gekreuzten Händen an einem der Kapitelle in eine Nische schmiegt, war es, der es Marion Meister angetan hat. Meister ist Illustratorin, lebt im benachbarten Münchehagen und hat vom Kloster die Aufgabe übertragen bekommen, eine Figur zu entwickeln, die Kindern zur Identifikation mit dem Kloster dienen kann.

Auf der Website des Klosters winkt das Klosteräffchen seit einigen Tagen aus einem Fenster heraus, auf seinem T-Shirt ist deutlich das Kreuz zu erkennen, das auch das Logo des Klosters ist. Geschwätzig und neugierig – das sind die vorrangigen Eigenschaften, die dieser Affe aufweisen wird, wenn er nach und nach auch auf Malbüchern, im Leitsystem des Klosters und beim Hinweis auf die Kinderklosterführungen auftaucht – immer dann, wenn auch Kinder angesprochen sind.
Ein Name fehlt dem Äffchen jedoch noch. Michael Kalla, Geschäftsführer des Klosters, überlegt, ob ein Wettbewerb an den umliegenden Schulen Abhilfe schaffen kann. Eines ist für den Abt des Klosters, Horst Hirschler, aber völlig klar: „Fipps“ kommt als Name nicht infrage. „Fipps der Affe“, eine der bekannten Figuren des Humoristen und Zeichners Wilhelm Busch, nahm schließlich ein tragisches Ende.

Hirschler will es allerdings nicht völlig von der Hand weisen, dass Busch womöglich im Kreuzgang des Klosters mit Blick auf das Kapitell zu dieser Affen-Geschichte inspiriert wurde. Schließlich stammte Busch aus dem benachbarten Wiedensahl und kam so manches Mal nach Loccum und auch ins Kloster, wenn er seine Neffen besuchte, die genau dort das Prediger-Handwerk erlernten.