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Loccum Ganz viel lernen
Ganz viel lernen
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15:09 21.10.2012
Kein wildes Gewusel, sondern der morgendliche Tanz, um schneller eine Gemeinschaft zu werden.
Kein wildes Gewusel, sondern der morgendliche Tanz, um schneller eine Gemeinschaft zu werden. Quelle: ade
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Loccum (ade). „Das wird eine harte Zeit – wir lernen ganz viel.“ Die Ankündigung, die Berbel Unruh, Direktorin der Evangelischen Heimvolkshochschule Loccum (HVHS), der Woche voran schickte, die 75 Schüler der siebten bis neunten Klassen in ihrer Einrichtung verbringen, sorgte keineswegs für lange Gesichter.

So wie etwa die vier Mädchen, die am zweiten Tag vor dem Saal der Bildungseinrichtung beisammen standen. Der Eindruck, sie kennten sich schon lange, trügt. Am Tag zuvor sind sie sich zum ersten Mal begegnet, was sie einander schnell näher kommen lässt, ist das gemeinsame Anliegen, mehr wissen zu wollen. Zwei von ihnen können es kaum erwarten, im Philosophie-Kurs weiter zu diskutieren, die anderen beiden möchten tiefer in die Geheimnisse von Mathematik und Physik einsteigen und sind im Brückenbau gelandet. In der Schule, sagt eines der Mädchen, werde jedes Thema so schnell abgeschlossen. Sie möchte mehr in die Tiefe gehen. Das ist ihre Hoffnung für diese Woche. "Sapere aude! – Trau dich, nachzudenken!" ist das Thema der "Philosophen" und da will sie dabei sein.

Hochspeziell wie dieses Thema seien auch die Themen der übrigen vier Kurse, sagt Unruh. So setzt sich eine Gruppe etwa mit der Geschichte des Loccumer Klosters auseinander, um daraus ein Theaterstück zu schreiben, inszenieren und zum Ende der Woche aufzuführen. Landschaft auf künstlerischen Wegen wollen weitere 15 Schüler erleben und Chemie, Biologie und Geografie sind die Naturwissenschaften, denen sich eine Gruppe verschreibt, die mit dem Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer, Karl-Heinz Garberding, forscht. Ihr erstes Ziel ist die Biogasanlage in Rehburg gewesen, denn der Hunger der Menschen nach Energie steht im Mittelpunkt ihres Interesses. Die Kletterpartie, um einen Blick in die großen Becken der Anlage werfen zu können, haben sie bei dieser Exkursion nur zu gerne in Kauf genommen – ebenso wie die Tatsache, dass eine Biogasanlage nicht nach Rosen duftet.

„Unser Ansatz ist es, jedem Schüler mit besonderen Begabungen die Teilnahme zu ermöglichen“, sagt die Direktorin der HVHS. Das sei seit vier Jahren möglich, da die VGH-Stiftung die Akademien großzügig finanziell unterstütze. Auf weitere derart spannende Wochen mit Sinn und Verstand hoffen neben ihr auch viele der Jugendlichen.