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Loccum Grass, Chanel und Hexen
Grass, Chanel und Hexen
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23:19 03.11.2011
Ein Schatz von 1480 zum Jubiläums-Motto „Wort halten“: Michael Kalla und Horst Hirschler zeigen die plattdeutsche „Kölner Bibel“, von der weltweit nur noch drei Exemplare existieren. Quelle: ade
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Loccum (ade).

Wenn er dann noch lebe, komme er gerne, um einen der literarischen Abende im Kloster zu gestalten, hat Günter Grass geschrieben. Die Zusage von Rafik Schami steht noch aus, und auch die Verhandlungen mit dem Hause Chanel für eine Modenschau auf dem Klostergelände sind noch nicht abgeschlossen – aber auf gutem Weg, wie Roger Cericius bestätigte. Er ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, wenn es um das Jubiläum geht. Etwas mehr im Hintergrund, aber nicht minder in Sachen 850-Jahr-Feier beschäftigt, wirkt Michael Kalla als Geschäftsführer des Klosters. Kalla war es auch, der das Motto „Wort halten“ für das Jubiläum fand, und daran werden nun die diversen Aktionen orientiert.

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So sollen etwa 28 literarische Veranstaltungen in das Programm eingebunden werden. Autorenlesungen sind darunter, aber auch spezifische Loccumer Begebenheiten wie etwa die Hexenprozesse. Schätze des Klosters werden mit der „Kölner Bibel“ vorgestellt – einer Bibel von 1480, die auf plattdeutsch geschrieben ist und von deren drei weltweit noch existierenden Ausgaben eine in der Klosterbibliothek schlummert. Die neue Orgel, die in Klosterkirche kommt, wird mit einer Reihe von Konzerten internationaler Organisten zum Klingen gebracht, aber auch „Kantate“ – Gesang – soll von renommierten Chören durch die Kirche schallen. Weltlich wird es, wenn das Kloster ins Mittelalter eintaucht und einen Markt aus jener Zeit organisiert, spirituell dreimal an jedem Tag, wenn die Kirche sich bei Stundengebeten in Schweigen hüllt.

Die Nachhaltigkeit des touristischen Aspekts sieht Hirschler in dem Café „Luther-Stube“, das in der Pilgerscheune eingerichtet werden und jetzt schon im Hinblick auf das Luther-Jahr 2017 Exponate zum Reformator zeigen soll. Und nachhaltig arbeiten auch die Stadt Rehburg-Loccum und Tourismus-Verbände aus den Landkreisen Nienburg und Schaumburg, aus der Region Hannover und dem Landkreis Minden-Lübbecke an der Gestaltung des Jubiläums. Die Region und die Stadt Rehburg-Loccum seien maßgeblich durch das Kloster geprägt worden, sagte Rehburg-Loccums Bürgermeister Dieter Hüsemann ebenso wie sein Nachfolger Martin Franke. Nun arbeiteten alle daran, die touristischen Potentiale des Klosters darzustellen, aber auch daran aufzuzeigen, welche weiteren Chancen diese Region biete. Rehburg-Loccum selbst bereite beispielsweise historische Stadtführungen vor, um diese zusätzlichen Aspekte dessen, was außerhalb der Klostermauern ist, vorzustellen.