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Loccum Gut gelaunt in Fahrt
Gut gelaunt in Fahrt
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06:16 07.11.2012
Wird das was? Gespannt hoffen die beiden Jungen darauf, dass der Greifarm ihnen einen Gewinn einbringt.
Wird das was? Gespannt hoffen die beiden Jungen darauf, dass der Greifarm ihnen einen Gewinn einbringt. Quelle: ade
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Loccum (ade)

Ganz so einfach ist Wolfgang Jünke nicht davon gekommen. War der Marktmeister davon ausgegangen, dass nur wenige der Gäste beim Marktempfang Lust auf eine rasante Fahrt im „Musikexpress“ haben würden, so wurde er angesichts der Anzahl derer, die sich gemeinsam auf die Bänke quetschten, eines Besseren belehrt. Ratsmitglieder, Vereinsvertreter und Bürgermeister benachbarter Gemeinden, Münchehagens Schulleiterin und Landtagsabgeordnete wollten die Gesetze der Fliehkraft am eigenen Leib spüren – und Jünke musste Fahrchips nachordern. Wer sich den Fahrgästen nicht anschloss, musste unterdessen im Regen stehen, doch – das sei den Marktbesuchern hoch angerechnet – wer sich erst einmal entschlossen hatte, bei trübem Novemberwetter zu den Fahrgeschäften und Buden auf dem Loccumer Marktplatz zu gehen, war gewillt, sich zu amüsieren.

Die Honoratioren, die sich zunächst im Gasthof Niedersachsen mit Schnittchen und dem obligatorischen Fass Bier zur Markteröffnung gestärkt hatten, konnten jedenfalls kaum genug von dem bekommen, was der Markt zu bieten hatte. Sie zogen von der Ausstellung in der Niedersachsenhalle zum Glühweinstand, setzten sich probehalber auf das Kinderkarussell, warfen Pfeile und schossen auf Scheiben. Dass der Markt, der traditionell am ersten Wochenende im November gefeiert wird, deutlich kleiner geworden ist als noch vor einigen Jahren, darüber konnte auch ihre engagierte Nutzung des Angebots nicht hinwegtäuschen: Die Schausteller bringen weniger Buden mit, Bonbon-, T-Shirt- und Bürsten-Stände fehlen gänzlich, und wo sich früher in der Niedersachsenstraße der Markt entlang schlängelte, standen in diesem Jahr Parkflächen zur Verfügung.

Zufrieden mit dem Herbstmarkt waren auf jeden Fall zwei Gruppen: die Loccumer „Altpapiergruppe im Ruhestand“, die Secondhand-Bücher für gute Zwecke unters Volk brachte, und der Förderverein des Kindergartens „Uhlenbusch“. Dessen Kuchenbüfett zeigte schnell große Lücken – ein trockener Platz mit heißem Kaffee ist nach kalt-feuchten Stunden auf dem Markt eben doch Gold wert.