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Loccum Hoffnung auf den Traumberuf
Hoffnung auf den Traumberuf
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20:25 27.07.2012
Fliegende grüne, rote und weiße Punkte: Mit „My Tune“ haben sich 17 Jugendliche auf die Suche nach Orientierung für ihr Leben begeben.
Fliegende grüne, rote und weiße Punkte: Mit „My Tune“ haben sich 17 Jugendliche auf die Suche nach Orientierung für ihr Leben begeben. Quelle: ade
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Loccum (ade). „Jeder von uns hat wohl gehofft, hier seinen Traumberuf zu erfahren“, sagt Paula. Mit der festen Vorstellung von ihrem Traumberuf wird sie wohl nicht wieder nach Hause fahren, mit konkreteren Vorstellungen von dem, was sie machen möchte und was sie lieber sein lassen will, schon eher. Hilke ergeht es ähnlich. „Keinen Plan“ habe sie, sagt die Abiturientin, lächelt und fügt hinzu, dass sie sich nun immerhin vollkommen sicher sei, nicht Chemie studieren zu wollen. Laurids hingegen hatte für seine nächste Zukunft ein Duales Studium im Sinn. Diese klare Idee bestehe nicht mehr. „Mir sind starke Zweifel gekommen“, sagt er, „vielleicht habe ich mit dieser Woche einen großen Fehler vermieden.“

Auf der Suche nach der Vereinbarung von Träumen und Wirklichkeit, mit Neugierde auf das, was ihnen aus vielen Berufsfeldern und Studiengängen berichtet werden sollte, und mit der Hoffnung, ganz neue Perspektiven kennen zu lernen, sind die Jugendlichen nach Loccum gekommen. Kurzfristige Perspektiven – ein Freiwilliges Soziales Jahr, ein Aufenthalt im Ausland und ähnliches – hätten alle schon, berichtete Kersten Prasuhn von der Heimvolkshochschule. Um aber einen Plan für ihre weitere Zukunft zu entwickeln, hätten sie sich angemeldet.

Dafür bekamen sie zum einen viele praktische Tipps – von den Anmeldeformalien fürs Studium bis zur Suche nach Wohnungen am Studienort – und zum anderen Gespräche mit Menschen, die aus ihrem eigenen Nähkästchen plaudern konnten: eine Lehramtsstudentin, ein Chemiestudent, jemand, der einen therapeutischen Beruf gelernt hat, die Mitarbeiterin eines großes Unternehmens, die von den Anforderungen der Wirtschaft an Studenten berichtete, die ein Duales Studium erwägen, bis zum Kunststudenten. Individuell bot Prasuhn begleitend jedem Teilnehmer Einzelgespräche an. „Das dauert dann schon mal bis 23 Uhr, weil so großer Gesprächsbedarf da ist“, fasste der pädagogische Mitarbeiter das Interesse daran zusammen.

Die grünen, roten und weißen Punkte, mit denen die Jugendlichen am ersten Tag noch ausgedrückt hatten, ob sie genau wissen, was sie wollen (grün), völlig ratlos sind (rot) oder schon eine diffuse Ahnung von der Richtung haben, in die ihr Leben gehen soll, ließen sie zum Ende des Seminars fliegen – mehr Klarheit haben allen von ihnen die Tage in der Heimvolkshochschule gebracht, wenn auch nicht unbedingt die Erkenntnis, welches ihr Traumberuf ist.