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Loccum Kinderkulturtage als Angebot für alle Familien
Kinderkulturtage als Angebot für alle Familien
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00:17 22.07.2013
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Loccum. Noah (4) und Viktoria (6) mögen sich nicht stören lassen. Völlig vertieft in ihre Arbeit hocken die beiden Mädchen im Saal der Heimvolkshochschule auf dem Boden, haben Farbtöpfe und Pinsel um sich herum ausgebreitet und bemalen sich gegenseitig. Drachen wollen sie werden, erzählen ihre Mütter, wollen Furcht erregend sein und Feuer spucken. Die Bemalung soll das symbolisieren. Am letzten Tag ihres Loccumer Aufenthalts führen sie dann allen Teilnehmern ihre Drachen-Version vor. Die Mädchen selbst lassen sich, wie gesagt, bei ihrer Aufgabe nicht stören.

Auch die Mütter sind im Hintergrund mit ähnlichen Mal-Aktionen beschäftigt. Mancher Oberkörper ist bereits verziert, manches passende Kostüm wird noch zusammengestellt. Mit der Natur verschmelzen sei das Thema ihres Workshops, erzählt Christine Gleiss, die die Gruppe begleitet und anleitet. Mit dem, wie Rituale das Leben bestimmen, befasst sich die Gruppe von Christian Beuker und in einem weiteren Raum wird künstlerisch gearbeitet. „Kunst, die ich kann“ sei das Thema, erzählt Stephan Kaps. Rund um ihn hocken Kinder und Erwachsene in dem Raum und zeigen sehr unterschiedliche Ansätze dessen, was für sie Kunst ist und was Kunst ist, die sie selbst bewältigen können. Während überall gemalt, zugeschnitten, drapiert und geklebt wird, tänzelt die neunjährige Maren durch den Raum. Ihre Art der Kunst soll eine kleine Performance sein, die sie gerne vorführen will. Die turnerische Einlage in einem Türrahmen, die Maren zeigt, findet schnell Bewunderer und wird als Kunst akzeptiert.

„Kultur macht stark“ ist das Signet, unter dem die Heimvolkshochschule zu diesem Seminar eingeladen hat. Die Teilnahme für Familien aller Zusammensetzung ist quasi kostenlos. Zehn Euro hat jeder Teilnehmer bezahlt und bekommt dafür nicht nur fünf Tage Seminar sondern auch Unterkunft und Vollverpflegung. Das ist das Konzept des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts. Damit auch Familien, die sich Urlaub ansonsten nicht leicht leisten können, an dem Seminar teilnehmen konnten, hat sich zudem das Familien-Servicebüro der Stadt Rehburg-Loccum an der Organisation beteiligt. Kersten Prasuhn, der das Seminar in die Heimvolkshochschule geholt hat, ist guter Dinge, dass der Erfolg der ersten Einheit weitere Seminare solcher Art nach sich ziehen kann. Bis 2016, hofft er, werde einmal jährlich ähnliches angeboten. Nähere Informationen können Interessierte bei ihm unter der Telefonnummer (0 57 66) 96 09-21 bekommen. ade