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Loccum Mit neugieriger Gelassenheit
Mit neugieriger Gelassenheit
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21:28 19.11.2009
„Man muss Lust dazu haben und motiviert sein“, sagt Fritz Erich Anhelm über seine Arbeit als Direktor der Evangelischen Akademie Loccum.
„Man muss Lust dazu haben und motiviert sein“, sagt Fritz Erich Anhelm über seine Arbeit als Direktor der Evangelischen Akademie Loccum. Quelle: ade
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Loccum/Kreis Schaumburg. Mit neugieriger Gelassenheit gehe er in den Ruhestand, sagt Fritz Erich Anhelm beim Gespräch in seinem Büro. Die Aktenstapel auf Tischen und Regalen verraten, dass er mit Gedanken und Tatkraft noch voll und ganz im Akademie-Geschäft ist. Über das „Danach“ denke er aber auch nach, bekundet Anhelm. Eine Pause will er zunächst machen, wenn er endgültig die Akademie verlässt, und sich überlegen, was er von dem, was er bisher gemacht hat, weiter verfolgen möchte. Was das werde, darauf sei er neugierig. Gelassen sehe er dem entgegen, weil die Akademie in keiner besorgniserregenden Situation sei. Der jetzige Zustand, sagt er, sei ein Garant dafür, dass sie gut in die Zukunft gehen könne.

Anhelm lässt auch die Jahrzehnte bevor er Direktor wurde, Revue passieren. Theologie hat ihn schon immer interessiert, studiert hat er aber lieber Germanistik, Pädagogik und Politik-Wissenschaften. Danach kam vieles – und alles stand im Zusammenhang mit der Kirche.

Generalsekretär der Evangelischen Akademien in Deutschland und Vorsitzender ihres Vorstandes ist er gewesen, Generalsekretär der Ökumenischen Vereinigung der Akademien und Laienzentren in Europa und auch Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Der Liste der Posten, die Fritz Erich Anhelm bekleidet hat, ist noch vieles hinzuzufügen. Nach Südafrika, USA bis Australien haben ihn seine Reisen geführt. Nach dem Fall der Mauer hatte er eine „ereignis- und reisereiche Zeit“ und machte sich in den östlichen Ländern dafür stark, kirchliche Tagungszentren zu etablieren.

1993 war er einer der Gestalter der in Montreal stattfindenden „Ersten Ökumenischen Weltversammlung der Akademien und Laienzentren“. Vertreter von 250 Akademien aus aller Welt waren dort, das Foto von allen Teilnehmern hängt noch heute in Anhelms Arbeitszimmer. Danach bewarb er sich um den Posten des Akademiedirektors.

Themen aufgreifen, Anstöße geben, Prozesse in Gang bringen, die irgendwann konkrete Ergebnisse bringen, das ist es, was ihn bis heute an der Akademiearbeit fasziniert. So sei etwa die Einführung des Islam-Unterrichts an den niedersächsischen Schulen durch eine Initiative der Loccumer Akademie gefördert worden, erzählt Anhelm. Ein herausragendes internationales Projekt sei auch der deutsch-ägyptische Dialog, den die Akademie nach dem 11. September 2001 initiiert habe und der Christen und Muslime gleichermaßen umfasse. Aber das seien nur wenige Beispiele aus seinem eigenen Arbeitsbereich. Etwa 80 Tagungen pro Jahr stehen im Akademieprogramm.

„Man muss Lust dazu haben, muss sich einlassen und motiviert sein“, beschreibt Anhelm sein Erfolgsrezept. Auch Ausdauer gehöre dazu. Auf spektakuläre Erfolge habe er nie gesetzt, die seien nur kurzlebig.
Über gute Argumente, nicht über formale Autorität habe er versucht, die Akademie zu leiten, beschreibt Anhelm sich als Chef – auch wenn manchmal einsame Entscheidungen nötig gewesen seien. Sehe er sich durch die Augen seines Teams, so würde ihm wohl manches Mal seine eigene Gelassenheit auf die Nerven gehen. Der Chef Anhelm und der Privatmensch seien da aber im Einklang. „Ich bin in diese Art Arbeit so verliebt, dass ich keinen Unterschied zwischen Arbeit und Beruf machen möchte.“ ade

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