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Loccum New Orleans-Feeling im Kloster
New Orleans-Feeling im Kloster
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12:58 03.09.2013
Im Takt des Glockenschlages musizierend marschieren und zwar vom Marktplatz durch das Klostertor und in die Kirche – so beginnt die Uraufführung der Loccumer Jazzmesse. Quelle: ade
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Von Beate Ney-Janssen

Loccum. Die Idee ist Lothar Krist beim Glockenklang gekommen. „Die Glocke ruft uns doch alle ins Kloster“, sagt er – und so soll es auch bei der Uraufführung der von ihm komponierten Loccumer Jazzmesse sein. Im Takt zum Glockenklang beginnt die Messe. Wer sämtliche Töne erleben möchte, der sollte sich dann allerdings nicht einen der besten Plätze in der Klosterkirche gesichert haben, sondern um 15.30 Uhr auf dem Loccumer Marktplatz stehen.

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Mit dem Glockenschlag setzt dort die Musik ein – „Holy Spirit“ ist der Titel, mit Bläsern und Percussion führt Krist das Orchester vom Marktplatz durch das Klostertor bis in die Kirche. Ein New-Orleans-Marsch sei das, erklärt er, und bei der Vorstellung, dass nicht nur die Musiker, sondern auch das Publikum auf dieses ursprüngliche Jazz-Erlebnis einsteigen mögen, leuchten seine Augen: Die „Main Line“ mit den Musikern vorweg und das Publikum in „Second Line“ hinterher, so stellt er sich den Anfang der Messe vor.

Sind alle in die Kirche eingezogen und haben alle Platz genommen, dann geht es traditioneller weiter. Saxophon, Hammond-Orgel und Schlagzeug begleiten dann zwölf Männerstimmen, die die Messe singen. Genau zwölf Stimmen – das ist Krist wichtig, weil sich damit ein Bogen zur Loccumer Geschichte schlagen lasse. Schließlich seien es im Jahr 1163 zwölf Mönche gewesen, die nach Loccum kamen, um ein Kloster zu gründen. Was diese Männer singen, ist ein neu bearbeiteter Text der Messe. Johannes Goldenstein, Theologe, Hobby-Kirchenmusiker und Loccum durch seine Zeit als Studienleiter in der Evangelischen Akademie verbunden, hat diesen Text geschrieben und das übliche Latein durch eine Bearbeitung auf Deutsch ersetzt.

Zwei Stunden Pause sind dem Publikum nach der Aufführung der Messe gegönnt – dann aber, ab 19 Uhr, können Besucher sich im Festzelt in Priors Garten auf noch mehr gefasst machen. Denn Krist hat nicht nur die Messe geschrieben und wird sie zu diesem Zeitpunkt dirigiert haben, sondern bringt auch noch seine Hannover Bigband mit nach Loccum. Tanzmusik wird dann erklingen – von Walzern über Polka bis zu Swing und Tango. Spätestens bei der Polka, bekennt Krist, würde er am Liebsten von der Bühne springen und selbst tanzen. Da er seinen Platz aber nicht verlassen kann, hofft er darauf, dass der Funke des Bigband-Sounds überspringt und das Publikum von den Stühlen reißt.