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Loccum Nicht nur getötete Soldaten würdigen
Nicht nur getötete Soldaten würdigen
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19:58 12.08.2009
Sebastian Edathy (am Pult), Rolf Wernstedt (links) und Peter Götze bei der Loccumer Veranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
Sebastian Edathy (am Pult), Rolf Wernstedt (links) und Peter Götze bei der Loccumer Veranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Quelle: ade
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Loccum. Das Thema hatte der stellvertretende Vorsitzende Peter Götze recht eng gefasst, die beiden Redner Rolf Wernstedt und Sebastian Edathy erweiterten die Fragestellung. Wie soll die Gesellschaft nicht nur mit den getöteten Soldaten, sondern auch mit Menschen aus anderen Organisationen umgehen, die bei Einsätzen in Krisengebieten ums Leben gekommen sind?

Bei Gedenksteinen müsse sehr genau überlegt werden, wer dort bedacht werden solle, meinte Edathy, der als Vorsitzender des Innenausschusses im Bundestag mit diesem Thema konfrontiert wird. Deutsche, die bei Auslandseinsätzen wie etwa in Afghanistan ums Leben gekommen seien, sollten gewürdigt werden – gleich ob sie Soldaten seien oder Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, ob sie mit einer Waffe getötet oder bei einem Unfall ums Leben gekommen seien.

Die Würdigung deutscher Soldaten sei ungleich schwieriger als die anderer Nationen, meinte der Niedersächsische Landesvorsitzende des Volksbundes und ehemalige Landtagspräsident Wernstedt. In den vergangenen 200 Jahren seien die Deutschen nie auf der „richtigen“ Seite gewesen, deshalb koche die Diskussion über Ehrenkreuze derzeit so hoch und seien die Auslandseinsätze immer noch umstritten. Er gab aber mit Blick auf Ruanda und Kosovo zu bedenken, dass sich auch schuldig machen könne, wer keine Waffe in die Hand nehme.

Sowohl Edathy als auch Wernstedt befürworteten, dass getötete Soldaten und Zivilisten ein dauerndes Ruherecht bekommen sollen, ihre Gräber also nicht wie üblich nach 20 bis 50 Jahren neu belegt werden. ade

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