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Loccum Orgelaufbau ist wie Adventskalender
Orgelaufbau ist wie Adventskalender
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14:39 18.02.2013
Ein Register mehr pro Tag – das ist in etwa der Rhythmus, den die Orgelbauer dem Stiftskantor Michael Merkel momentan bieten.
Ein Register mehr pro Tag – das ist in etwa der Rhythmus, den die Orgelbauer dem Stiftskantor Michael Merkel momentan bieten. Quelle: ade
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Loccum (ade)

Werke von Johann Sebastian Bach sollen auf jeden Fall dabei sein, wenn Stiftskantor Michael Merkel zum ersten Mal im Gottesdienst auf der neuen Seifert-Orgel spielen wird. Das heißt: Wenn 44 Register eingebaut, mehr als 3000 Pfeifen gestimmt und alle Wandelemente eingehängt sind.

So mancher, der in den Wochen seit der Wiedereröffnung vom Dezember 2012 in der Kirche war, hat das Orgelspiel schon einmal gehört. Schließlich verbringt der Stiftskantor so manche Stunde an dem Instrument. Aber dann, zur eigentlichen Einweihung, dann wird es ungefähr so sein wie am Heiligen Abend, meint Merkel – alle Töne können erklingen, aller Jubel erschallen. Momentan sei es noch wie Advent, wie ein Türchen an jedem Tag. Ungefähr das ist der Rhythmus, in dem die Register der Orgel derzeit eingebaut werden.

Mehr Klangfülle also Tag für Tag und schon jetzt ist der Kantor verliebt in dieses Instrument. „Man muss weit fahren, um solch eine Klangfülle hören zu dürfen“, sagt er und überlegt kurz. Es könne sein, dass er in Göttingen schon einmal auf einer ähnlich schönen Orgel habe spielen dürfen, meint er.

Der Kantor ist also begeistert. Und diese Begeisterung will er jetzt an die Besucher der Stiftskirche weitergeben. In zwei Teilen können diese zur Einweihung der Orgel hören, wovon Merkel schwärmt. Zunächst im Gottesdienst, 10 Uhr, am Sonntag, 10. März. Und dann noch konzertant am Abend dieses Tages. Für 17.30 Uhr ist dieses Konzert geplant und etliche Organisten aus dem Umkreis setzen sich dann an die Orgel. Musik aller Stilistiken und aus vielen Jahrhunderten solle dann erklingen, sagt Merkel, um einen Eindruck von den Möglichkeiten der Orgel zu vermitteln. Zurücklehnen, lauschen und einfach nur genießen heißt es dann.

Der Gottesdienst am Morgen wartet natürlich auch mit Musik auf und wie gesagt bleibt diese Ehre Merkel selbst vorbehalten. Direkt im Anschluss an den Gottesdienst wird die Orgel mit Worten vorgestellt. Der Abt des Klosters, Horst Hirschler, wird dazu den Orgelbauer und den Intonateur, den Architekten, Sachverständige und selbstverständlich auch den Stiftskantor befragen. Eine Besichtigung der Orgel ist möglich, ein kleiner Sektempfang gehört dazu und wer Fragen hat, kann sie stellen.

Der Eintritt zu dem Konzert – und selbstverständlich auch zu dem Gottesdienst – ist frei.

Wer gerne selbst einer der Bausteine sein möchte, die die neue Orgel im Kloster ermöglicht haben, hat die Möglichkeit, eine Patenschaft für eine der Orgelpfeifen zu übernehmen. Noch fehlen rund 20.000 Euro für die Finanzierung des Instruments. Patenschaften für kleine Pfeifen können für 50 Euro abgeschlossen werden, wer Pate für die größten Pfeifen sein möchte, kann sich mit 1.000 Euro einkaufen. Interessenten für die Orgelpfeifen-Patenschaften können sich mit Michael Merkel unter der Nummer (0 57 66) 20 95 43 in Verbindung setzen.