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Loccum Sehen, wie die Erde sich dreht
Sehen, wie die Erde sich dreht
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19:42 21.08.2013
Langsam dreht sich die Klosterkirche unter dem Pendel – auch wenn es manchem anders herum erscheint. Quelle: ade
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von Beate Ney-Janssen

Zehn Kilogramm schwer ist das Pendel und hängt an einer 20 Meter langen Klaviersaite, die nur zu diesem Zweck gezogen wurde. Befestigt ist es über dem Gewölbe der Kirche – Ingenieur Christian Falland hat mit der Akribie eines Uhrmachers den Draht durch ein nur ein Millimeter großes Loch in der Decke gezogen. Bereits vor einigen Jahren hat er diese Arbeit geleistet, schon damals hat das Pendel von Grundschulklassen über Physik-Leistungskurse bis zu Seniorengruppen viele Menschen in seinen Bann gezogen. Nun hat er also diese Versuchsanordnung noch einmal aufgebaut nach dem Prinzip, das Jean Foucault erstmals im Jahr 1851 in Paris installierte.

 Fallands ständiger Begleiter in diesen Tagen – oder auch umgekehrt – ist Matthias Schlicht. Der Pastor hatte sich seinerzeit für das Pendel stark gemacht und darüber hinaus Pendel-Führungen angeboten. Das tut er in dieser Woche erneut. 550 Menschen pro Tag, hat er hochgerechnet, haben das Pendel schon schwingen sehen.

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 Das Schwingen ist das eine, die Erklärungen dazu sind das andere. Anschaulich wird, was sich dort abspielt, wenn Schlicht seinen Zuhörern klar macht, dass sie sich ständig mit 1000 Stundenkilometern bewegen – das aber noch nie bemerkt haben. Das Pendel, das langsam, aber kontinuierlich aus seiner Bahn gerät – beziehungsweise die Bahn aus dem Schwungrichtung des Pendels – vermittelt eine Vorstellung davon, wie die Erde sich dreht.

 Wer die Chance auf eine Pendelführung noch nicht genutzt hat, kann am heutigen Donnerstag, 22. August, und am Freitag, 23. August, zu einer der angebotenen Führungen kommen. Diese Führungen sind jeweils für 11.30 Uhr, 14.30 Uhr und 17.30 Uhr geplant. So schnell kommt diese Gelegenheit nicht wieder – wenn überhaupt.

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