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Loccum Visionen in Stein verwirklicht
Visionen in Stein verwirklicht
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15:58 02.12.2012
Staunende Blicke schicken die Mitglieder des Konvents des Klosters zum Gewölbe des Kirchenschiffs, nachdem sie in die Klosterkirche eingezogen sind. ade
Staunende Blicke schicken die Mitglieder des Konvents des Klosters zum Gewölbe des Kirchenschiffs, nachdem sie in die Klosterkirche eingezogen sind. ade Quelle: ade
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Loccum (ade). Schnee fiel sanft auf Schultern und Mitra von Abt Horst Hirschler, als Constantin Anastasiou ihm den Schlüssel für die Klosterkirche überreichte. Das war eine der leichtesten Aufgaben, die der Bauleiter in den vergangenen zwei Jahren zu erfüllen hatte. Zwei Jahre ist die Kirche für ihn sein hauptsächliches Arbeitsfeld gewesen, hat er Sanierungskonzepte entwickelt, Handwerker angetrieben und bei Laune gehalten, ist Gerüste herauf und herunter geturnt, hat schier endlose Diskussionen mit Hirschler über die Notwendigkeit von Veränderungen geführt und über all dem nie seine Begeisterung für diese Baustelle verloren. Dass er seine Aufgaben nicht nur nüchtern mit dem Blick eines Bauingenieurs auf statische Begebenheiten versehen hat, ist dann zu spüren, wenn er von den Visionen erzählt, die ihn angetrieben haben. Wie etwa seiner Vorstellung von der Oberfläche und Farbe der Sandsteine in der Kirche, ihrer Wirkung, die sie auf den Kirchenraum haben sollten, wenn sie von altem Putz und Binderfarbe befreit sind.

Ein Amphitheater in seinem Geburtsland Griechenland, erzählt er, habe er als Vorbild vor Augen gehabt. Dass Anastasious Visionen das Wohlgefallen von Abt, Prior, Konvent und den Gottesdienstbesuchern bekommen, ist aus ihren Blicken zu ersehen, als sie endlich dem Schnee vor der Tür entrinnen und in die Kirche einziehen durften. Noch größer und sehr viel heller erscheint die Kirche in ihrem neuen Gewand. Auf Anastasious Versicherung, dass die statischen Sicherungen „nahezu für die Ewigkeit“ halten, verlassen sich alle unbesehen.

„In dieser sanierten Kirche spüren wir einen Raum, der uns so umhüllt, dass es uns die Sprache verschlägt“, sagte in seiner Predigt der Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister. Meister ist kraft seines Amtes Mitglied im Konvent des Klosters und verlegte sich in seiner Predigt auf das, was der „steinerne Mantel“ der die Kirche doch sei, in den vergangenen 800 Jahren alles gehört habe und darauf, was im Schweigen in der Kirche aus diesen Jahrhunderten nachhalle.

Dass das Kloster die umfangreiche Sanierung und Verschönerung der Stiftskirche zu diesem Zeitpunkt und in diesem Umfang auf sich genommen hat, ist darin begründet, dass vom 21. März bis zum 31. Oktober 2013 das 850-jährige Bestehen des Klosters gefeiert werden soll. Die neuerliche Einweihung der Kirche ist ein wichtiger Schritt auf dieses Jubiläum zu.

Wer mehr zu dem Festprogramm wissen möchte, kann auf www.klosterloccum2013.de Informationen bekommen – vom mittelalterlichen Markt, mit dem das Kloster zurück zu seinen Wurzeln geht über Lesungen, die beispielsweise von Nobelpreisträger Günter Grass gestaltet werden bis zu einem Open Air mit Mousse T., der sein Konzert ‚Keep ones’s word’ nennt – frei nach dem Motto des Jubiläums ‚Wort halten.