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Loccum Von Hühnchen und Menschen, die nach Loccum wollten
Von Hühnchen und Menschen, die nach Loccum wollten
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19:27 09.09.2013
Ein Höhepunkt des Festes: Die mit einem Marsch beginnende Uraufführung der Loccumer Jazzmesse.  Quelle: ade
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Von Beate Ney-Janssen

Loccum. Sieben Monate lang feiert das Kloster Loccum sein 850-jähriges Bestehen. Feste, Literatur, Musik, Führungen und Tagungen bewegen viele Menschen – und bringen sie nach Loccum. Das freut diejenigen, die in Loccum leben, meistenteils. Dafür sind viele auch gerne bereit, einen ehrenamtlichen Beitrag zu leisten, um das Jubiläum zu gutem Gelingen zu führen. Für ihre Arbeit und für den Trubel, den manche nicht nur genießen dürfen, sondern auch aushalten müssen (wenn etwa stets und ständig Fahrzeuge die Hofeinfahrt versperren), sollten auch die Loccumer und alle anderen aus der Region, die dem Kloster verbunden sind, ein Fest geboten bekommen. „Großes Fest im Kloster Loccum“ ist der schlichte Titel, unter dem das Wochenende beworben wurde, ein vielfältiges Programm verbarg sich dahinter.

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Kleine weiße Pavillons auf dem Weg vom Klostertor bis zum Himmelszelt (dem Restaurant auf dem Klostergelände) haben das Bild bestimmt. Wurde aus einem Pavillon heraus Wein angeboten, so zeigte in einem anderen eine Buchdruckerin ihre Kunst. Eierspezialitäten vom Loccumer Geflügelverein und Kürbisse von einem Loccumer Hof wechselten mit Kunsthandwerk in vielerlei Prägung. Die krähenden Hähne, die die Geflügelzüchter mitgebracht hatten, bildeten einen Kontrast zu der Keramik-Ausstellung, die neben dem Brauteich stand: Die Sage vom „Hühnchen, das nach Loccum wollte“ hatte die Keramikerin Brunhilde Ahrens in mehreren Workshops zum Thema gemacht – und die Hühnchen, die daraus entstanden sind, auf Strohballen gestellt.

Die ruhige Atmosphäre der Menschen, die an den Ständen entlang schlenderten, wurde noch durch die Musik unterstrichen, die hier und da von unterschiedlichen Gruppen aus der Region angestimmt wurde. Auftrieb in dem plätschernden Marktgeschehen hat es hingegen immer dann gegeben, wenn ein größeres musikalisches Ereignis anstand – wie etwa die Uraufführung der Loccumer Jazzmesse, die Hunderte von Besuchern zum Marktplatz strömen ließ, wo die ersten Töne der Messe erklangen.

Die Tanzmusik der „Lothar Krist Hannover Bigband“ zum Abend hatte hingegen nur wenig Besucher – der Abt des Klosters, Horst Hirschler, gehörte aber wie bei allen anderen Programmpunkten auch zu den Unermüdlichen, die immer dabei sind. Und dass er seine Frau Ursel zum Tanz bat, das verstand sich für ihn nicht nur von selbst, sondern machte ihm offensichtlich auch Freude.