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Loccum Wenn Zwölfjährige den Sportunterricht gestalten
Wenn Zwölfjährige den Sportunterricht gestalten
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00:16 09.02.2013
Levke hat offensichtlich viel Spaß an dem Parcours, den die Schulsportassistenten vorbereitet haben. Quelle: ade
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Loccum (ade)

„Das ist so toll!“ Voller Begeisterung rennt Pascal auf Jörg Beismann zu. Wie gut ihm die Aktion gefällt, muss er einfach jemandem erzählen. Pascal ist einer von 17 angehenden Schulsportassistenten der Loccumer Oberschule und der Rehburger Förderschule. Zwölf Jahre ist er alt, besucht die sechste Klasse der Oberschule und ist soeben dabei, seine erste Lehreinheit zu gestalten.

Diese Lehreinheit hat er gemeinsam mit den 16 anderen Schülern, die sich für die viertägige Ausbildung angemeldet hatten, vorbereitet. „So lebendig lässt sich das kaum jemals gestalten“, sagt Jörg Beismann mit Blick auf das Gewusel in der Loccumer Stadtporthalle. Lebendig geht es zu, weil die Schüler die Sporteinheit des Loccumer Kindergartens in ihre Hände nehmen dürfen. Einmal in der Woche turnen die Kindergartenkinder dort. An diesem Vormittag geben die Erzieherinnen das Heft aus der Hand und überlassen es den Schüler, die Aufsicht zu führen, die Kinder in Bewegung zu bringen und ihnen eine spannende Stunde zu bereiten. Beismann ist derjenige, der wiederum ein Auge auf die Schüler wirft und ihre Arbeit begutachtet. Vom Kreissportbund Nienburg ist er für diese Ausbildung engagiert worden, die Stunde mit dem Kindergarten ist ein Teil der Prüfung, die die Schüler ablegen müssen, um den Titel ‚Schulsportassistent’ führen zu dürfen.

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Fangspiele zu Beginn, danach ein Parcours mit sechs Stationen, bei denen geschaukelt, gerutscht, gekrochen und balanciert werden kann, bekommen die Kinder geboten. Erklären, in Gruppen einteilen, Hilfestellung geben, Vertrauen gewinnen und das Selbstvertrauen der Kinder stärken sind die Aufgaben für die Sechst- bis Neuntklässler. Das gelingt gut und es dauert nicht lange, bis viele der Schüler Kindergartenkinder an der Hand oder auf dem Arm haben. Fröhliche Gesichter rundum und Neugierde bei allen Übungen gehören ebenso dazu.

Pascals Begeisterung ist also verständlich. Er hat sich zu der Ausbildung angemeldet, weil er demnächst, wenn er 14 Jahre alt ist, eine Ausbildung zum Fußballtrainer machen will. Den Schulsportassistenten sieht er als gute Voraussetzung dafür an. Außerdem macht er gerne Sport und mag es auch, mit jüngeren Kindern zu spielen. Dazu wird er in der Schule nun häufiger Gelegenheit bekommen. Denn die Schulsportassistenten sollen im Sportunterricht – wie es der Name schon sagt – den Lehrern assistieren.

Das werde sicherlich gut funktionieren, sagt Beismann mit Blick auf die Gruppe. Er habe bereits in vielen Bereichen solche Ausbildungen durchgeführt. Solche hohe Sozialkompetenz, wie er sie in Loccum erlebt habe, sei ihm zuvor aber noch an keiner anderen Schule begegnet. Nach der Trainingseinheit ist er sich sicher: diese 17 Schüler bestehen allesamt ihre Ausbildung und werden gute Schulsportassistenten.