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Loccum Zehn Minuten je Jahrhundert
Zehn Minuten je Jahrhundert
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15:07 25.03.2013
Das Refektorium des Loccumer Klosters ist der ideale Ort, um 850 Jahre seiner Geschichte Revue passieren zu lassen.
Das Refektorium des Loccumer Klosters ist der ideale Ort, um 850 Jahre seiner Geschichte Revue passieren zu lassen. Quelle: ade
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Loccum (ade). Wenn diese Texte am 26. Oktober noch einmal vorgetragen werden, dann ist es beinahe schon Zeit für einen Rückblick auf das sieben Monate währende Fest.

‚Wortklang 01’ hat Hanjo Kesting ganz oben auf sein Skript zum ‚Hühnchen, das nach Loccum wollte’ geschrieben. ‚01’ weil es die erste von vielen Lesungen und anderen literarischen Formen ist, die dem Kloster in den kommenden Monaten zu einem herausragenden Ruf in Sachen Kultur verhelfen sollen. ‚Wortklang’, weil das Motto des Klosterjubiläums ‚Wort halten’ ist – das gesprochene Wort, der Wortklang, ist eine der Säulen, die dieses Motto mit Leben füllen werden.

Dass im Titel der Lesung ein Hühnchen erscheint, wo es doch eigentlich um die Geschichte des Klosters gehen sollte, das ist wiederum dem gleichnamigen Märchen geschuldet, in dem ein Hühnchen nach Loccum pilgert, weil ihm träumte, dass ansonsten die Welt untergehen werde. Und derjenige, der das Programm mit den Klostergeschichten zusammengestellt hat, ist über Jahrzehnte Leiter der Hauptredaktion ‚Kulturelles Wort’ beim NDR gewesen – eine der jetzigen Aufgaben von Hanjo Kesting ist es, das Loccumer Kulturprogramm über die Bühne gehen zu lassen, nachdem er es entwickelt hat.

Drei Schauspieler – Frank Arnold, Volker Hanisch und Ursula Illert - hat Kesting sich als Sprecher für den Auftakt hinzu geholt und mit ihnen gemeinsam im prachtvoll ausgestatteten Refektorium des Klosters ein spannendes Hörspiel vorgetragen, das 850 Jahre Geschichte anhand prägnanter Momente wiedergegeben hat. Von der Stiftung der Ländereien im Dom zu Minden über den Kirchenbau, mit einem Exkurs zum mittelalterlichen Klosterleben und einigen Erläuterungen zur Reformation, die Loccum vor rund 400 Jahren evangelisch werden ließ, bewegten sich die vier Protagonisten des Abends durch die Jahrhunderte. Bei den Hexenverbrennungen verweilten sie, ließen den Namen Münchhausen als Stichwort fallen, erklärten die Loccumer Stundengebete und was die VGH mit dem Kloster verbindet und gingen auch darauf ein, wie im Kloster mit dem Nationalsozialismus umgegangen wurde.

Nur zehn Minuten je Jahrhundert habe er für diesen Abend zur Verfügung gehabt, sagte Kesting. Die jeweils zehn Minuten hat er gut genutzt, um Lust auf mehr zu erzeugen: wie etwa auf die Lesung von Klaus Harpprecht am Sonnabend, 13. April, zu Kloster und Kirche in der NS-Zeit, der ein Thementag zu dieser Zeit in Loccum voraus gehen wird. Oder auf den Thementag zum Kloster und den Hexen am Sonnabend, 22. Juni. Was die Familie des Lügenbarons mit Loccum zu tun hat, stellt Kesting am 11. Mai in den Mittelpunkt einer Lesung, die der Abschluss des Loccumer Pilgerfestes sein soll. Dieses und weiterer ‚Wortklang’ in Loccum wird auf der Website www.klosterloccum2013.de vorgestellt.