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Münchehagen Blumenstraße-Anlieger treten massiv auf
Blumenstraße-Anlieger treten massiv auf
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20:30 06.03.2014
Links der Ortsrat, rechts die Münchehäger: in der Ortsratssitzung wird erneut über die Blumenstraße diskutiert. Quelle: ade
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Von Beate Ney-Janssen

Niemand habe ihm gesagt, dass mit solch großem Andrang zu rechnen sei, sagte Wirt Klaus Wilkening. Ein zu kleiner Raum für zu viele Menschen war das Ergebnis. Der überwiegende Teil der rund 60 Zuhörer waren Anwohner von Bergmann- und Blumenstraße.

 Die Tagesordnung für die Sitzung war denkbar kurz. Lediglich die Unterhaltung von Gemeindestraßen stand dort, und eigentlich ist das ein Routinepunkt. Eine Summe X steht der Stadt in jedem Jahr zur Verfügung, mit der dringende Sanierungsarbeiten an Straßen durchgeführt werden, die mehr sind als das Flicken eines Loches und weniger als ein Vollausbau. Ausreichend ist die zur Verfügung stehende Summe in keinem Jahr. Und so einigen sich die jeweiligen Ortsräte stets darauf, dort das Geld einzusetzen, wo es scheinbar am nötigsten gebraucht wird. Für Münchehagen hat die Verwaltung für dieses Jahr einen Wirtschaftsweg und die Straße In der Siedlung oben auf die Prioritätenliste gesetzt. Damit waren im Prinzip auch alle einverstanden.

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 Der riesige Andrang bei der Sitzung resultierte hingegen aus Befürchtungen von Anwohnern der Blumenstraße. Sie argwöhnen, dass ihre Straße ausgebaut werden soll, dass Rat und Verwaltung über ihren Kopf hinweg solch eine Entscheidung treffen, dass der – mögliche – Ausbau gestalterisch nicht ihren Vorstellungen entspricht, und außerdem befürchten sie, dass ein Ausbau sie eine Menge Geld kostet.

 Diverse Gespräche mit der Verwaltung hat es bereits gegeben, die Anwohner haben sogar einen Arbeitskreis gegründet. Die Fragen und Anmerkungen, die sie vorbringen, waren auch bei dieser Ortsratssitzung nicht neu: Sie wollten gehört werden, bevor mit den Planungen begonnen werde und darin einbezogen sein, sagte ein Sprecher erneut zu Rehburg-Loccums Bürgermeister Martin Franke. Der sagte dieses ein weiteres Mal zu, bat aber auch darum, dass routinemäßige Arbeiten an der Blumenstraße wie etwa das Reinigen eines verstopften Gullys nicht zuvor mit den Anwohner besprochen werden müssten. Dieses, fügte er hinzu, sage er aus gutem Grund.

 Zudem stehe der Ausbau weder für 2014 noch für 2015 auf dem Plan der Verwaltung. Eventuell werde in diesem Zeitraum geprüft, wie der tatsächliche Zustand der Straße sei. Auch über die Vergabe der Aufträge für solche Prüfungen wolle der Arbeitskreis informiert werden, fügte ein anderer Sprecher hinzu. Das Misstrauen ist groß, die Gespräche scheinen sich manches Mal im Kreis zu drehen, und Ungeduld macht sich auf beiden Seiten manches Mal bemerkbar.

 Beruhigt hingegen sind mittlerweile die Anwohner der Bergmannstraße. Diese hatten im vergangenen Jahr ebenfalls befürchtet, dass ihre Straße ausgebaut werden solle, weil ein Planansatz im Haushalt auftauchte. Hintergrund dessen sei jedoch die mangelhafte Oberflächenentwässerung im Wendehammer der Straße gewesen, hatte Franke ihnen in der Zwischenzeit schriftlich mitgeteilt. Dieses Problem sei durch Nachbarschaftshilfe – die Anwohner haben einen Erdwall gebaut – anscheinend gelöst. Ein Vollausbau stehe nicht zur Diskussion.