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Münchehagen Kohle mit Strom machen
Kohle mit Strom machen
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19:16 27.05.2010
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Münchehagen. Der Loccumer Ortsrat hat dem Vorhaben in seiner vergangenen Sitzung bereits zugestimmt und auch der Münchehäger Ortsrat hatte keine Einwände. Auf einer rund fünf Hektar großen Fläche nahe der „Alten Zollstraße“, die von Loccum direkt zum Dino-Park in Münchehagen führt, will der Pächter des Loccumer Klostergutes eine Biogasanlage errichten.
Überwiegend solle sie mit nachwachsenden Rohstoffen – vornehmlich Mais – beschickt werden, aber auch Gülle und Reste von Masthähnchen sollten in die Anlage kommen, führte Martin Franke von Seiten der Verwaltung aus. Die gewonnene Energie der Anlage solle genutzt werden, um in Loccum die Evangelische Akademie zu beheizen, in Münchehagen die Grundschule, das Jugendhaus und das Freizeitbad. Insbesondere Letztgenanntes sei für den Klostergut-Pächter interessant, da das Freibad antizyklisch Energie benötige – die Becken müssten im Sommer beheizt werden.
Die niedrigen Besucherzahlen im Freibad in den zurückliegenden Jahren führe die Stadt hauptsächlich auf das unbeheizte Wasser zurück, sagte Franke. Werde daran nichts geändert, gingen in dem Freizeitbad „irgendwann die Lichter aus“.
Sowohl in Loccum als auch in Münchehagen sollen Blockheizkraftwerke gebaut werden, zum 1. Mai 2011 sollen sie laufen und somit die Freibadsaison im kommenden Jahr mit warmem Wasser einläuten.
Kritische Fragen von den Einwohnern gab es zu Lärm- und Geruchsbelästigung durch die Biogasanlage. Nach ersten Untersuchungen sei die Anlage weit genug von der Bebauung entfernt, um keine nennenswerte Geruchsbelästigung zu verursachen, meinte Franke. Das gelte auch für Geräusche, die von der Anlage erzeugt würden. Da ein großer Teil der Silage, mit dem die Anlage bestückt werden solle, aus dem direkten Umfeld komme, sei auch nicht mit erheblichem Anfahrverkehr zu rechnen. Den Hinweis, dass für die Heidestraße in Münchehagen, deren Ausbau gerade begonnen wurde, die Gefahr bestehe, dass sie für die Anfahrt genutzt werde, nahm Franke auf und sagte zu, dass die Verwaltung mit dem Klosterpächter diesen Punkt erörtern werde.
Bedenken, dass die geplante Beschickung mit Hähnchenresten auch zum Bau einer Hähnchenmastanlage in nächster Nähe führen könne, wiegelte Franke ab. Solch ein Vorhaben sei dort nicht zulässig. Hähnchenzucht sei nicht Sinn und Zweck des Vorhabens, meinte auch Ortsbürgermeister Kay Anders. „Die wollen schließlich Kohle mit Strom machen.“ ade

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