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Rehburg 80 Jahre und ganz schön agil
80 Jahre und ganz schön agil
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19:45 08.09.2013
Bei der Arbeit: Marlene Lüerssen plant für das DRK Rehburg die nächste Tagesfahrt. Quelle: ade
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Rehbuarg

Heute, Montag, 9. September, geht die Fahrt ins Alte Land. Darauf freut Marlene Lüerssen sich schon. Der Bus, den sie dafür gechartert hat, ist bis auf wenige Plätze gefüllt, und morgens um 7 Uhr geht es los. Eine Führung mit Reiseleitung, Kaffee und Kuchen auf einem Apfelhof und Mittagessen in einem Fährhaus stehen auf dem Programm.

 Pures Vergnügen ist der Tag für die 80-Jährige aber nicht. Schließlich muss sie im Bus zunächst von allen Mitfahrern die Beiträge kassieren, muss anschließend bei vielen Programmpunkten wieder bezahlen, was zu bezahlen ist, und ist außerdem für mehr als 40 Menschen die Ansprechpartnerin bei allen Sorgen und Nöten. Das macht sie aber gerne – und hat es schon oft getan.

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 1995 organisierte sie die erste Fahrt für ihren DRK-Ortsverein. In den ersten Jahren waren es sieben Fahrten pro Jahr, jetzt geht sie noch viermal auf Tour. Dass sie viele „Wiederholungstäter“ bei den Touren im Bus sitzen hat, findet sie schön. „Die kommen immer gerne wieder“, sagt sie. Nicht nur die Fahrten, sondern auch das Drumherum, die Gemeinschaft mit denen, die man doch so lange schon kennt, machen den Reiz aus.

 Bevor jedoch gestartet werden kann, muss Lüerssen Ziele auswählen, Programme zusammenstellen, muss den Bus mieten und dafür sorgen, dass auch wieder alle informiert sind und sich bei ihr anmelden. Da klingelt das Telefon dann so manches Mal. Und nach den Fahrten sitzt sie an ihrem Esszimmertisch, macht die Abrechnung und schreibt die Namen all derjenigen, die dabei waren, in ein Heft.

 1973 sei sie doch erst nach Rehburg gezogen, erzählt Marlene Lüerssen. Damals wollte sie in irgendeinen Verein – und das DRK bot sich an. In den Jahren, in denen sie noch berufstätig war, habe sie lediglich bei der Organisation der monatlichen Senioren-Nachmittage geholfen – und erinnert sich dann doch noch an die Butterberge, über die Deutschland damals verfügte. Schmunzelnd erzählt sie von den Tagen, an denen sie in der Garage des DRK-Heims Butter verteilt hat.

 Butter war bald passé, aber andere Aufgaben hat sie nach ihrer Pensionierung 1992 übernommen. Beispielsweise, dass sie als Beisitzerin im Vorstand mitwirkt. Und auch bei den Blutspenden, die der Ortsverein viermal jährlich durchführt, hat sie eine Hauptrolle übernommen. Dort macht sie mittlerweile den Einkauf, damit bis zu 100 Blutspender Leckeres serviert bekommen. Die acht Frauen, die zu dem Küchenteam gehören, lassen sich ihre Aufgaben von Marlene Lüerssen zuteilen.

 Dass die agile ältere Dame im Januar ihren 80. Geburtstag gefeiert hat, ist nirgendwo zu spüren, wo sie beim DRK anpackt. ade