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Rehburg Den Misthaufen zur Fliege suchen
Den Misthaufen zur Fliege suchen
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19:30 05.08.2009
Jürgen Rieger (links) zeigt Ursula Hockemeyer und Jens Berthold die Bronzevase, die auf einem Rehburger Acker gefunden wurde.
Jürgen Rieger (links) zeigt Ursula Hockemeyer und Jens Berthold die Bronzevase, die auf einem Rehburger Acker gefunden wurde. Quelle: ade
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Rehburg. „Die Vase wurde schon vor 20 Jahren gefunden“, sagte Rieger. Viele Jahre habe sie in unterschiedlichen Haushalten gelegen, sei von einem Schmied wieder vorsichtig in Form gebracht und schließlich im Heimatmuseum des Vereins ausgestellt worden. Da wurde Rieger aufmerksam und stellte bei der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landkreis Nienburg den Antrag, Grabungen durchführen zu dürfen. „Wo eine Fliege ist, muss auch ein Misthaufen sein“, begründete er sein Vorhaben schmunzelnd – er rechnet fest mit weiteren Funden.

Die Genehmigung für die Grabungen ist Rieger von Ursula Hockemeyer, der Vertreterin der Denkmalschutzbehörde, übergeben worden. Begleitet wird er in seinem Vorhaben von Jens Berthold, der seit wenigen Wochen als Kommunal-Archäologe der Landkreise Nienburg und Schaumburg sowie der Städte Nienburg, Stadthagen, Bückeburg und Hameln tätig ist.

Drei bis viermal will Rieger den Acker absuchen, was er vor dem Pflügen übersieht, meint er nach dem Pflügen vielleicht finden zu können. In „Pflug-Tiefe“ von rund 40 Zentimetern darf er den Spaten selbst ansetzen, wenn der Detektor piept. Zu tiefer gelegenen Funden muss er Berthold dazu holen. „In unberührten Schichten können wir mehr geschichtliche Zusammenhänge herstellen“, begründete der Kommunal-Archäologe diese Beschränkung für seinen Hobby-Kollegen. Einige Tage wird Rieger wohl mit dem Ablaufen des Ackers verbringen, das Areal ist 10 000 Quadratmeter groß.

Eigentlich hatte Rieger auf Siedlungsspuren aus einer Zeit von 200 vor Christus spekuliert, diese Datierung war bisher als kleines Schild an der Bronzevase angebracht. Diese Hoffnung bremste Berthold jedoch bei einer ersten Begutachtung des Stückes. Nach dem Mittelalter, also ab dem 15. oder 16. Jahrhundert, schätzte er das Alter der Vase ein. Aber auch solche Funde seien selten, meinte der Fachmann. Metall sei kostbar gewesen und meist wieder eingeschmolzen worden. Eine vollständige Vase dieser Art habe er bisher nicht gesehen. ade

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