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Rehburg Eklat im Gottesdienst
Eklat im Gottesdienst
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15:04 07.03.2013
Die Rehburger Kirche ist zum Schauplatz eines Eklats im Gottesdienst geworden.
Die Rehburger Kirche ist zum Schauplatz eines Eklats im Gottesdienst geworden. Quelle: ade
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Von Beate Ney-Janssen

Rehburg. „Wir waren völlig vor den Kopf geschlagen“, sagt Pastor Wolfram Braselmann. Ein festlicher Gottesdienst in neuer Form war für vergangenen Sonntag geplant, mit dem Vikar Peter-Christian Schmidt verabschiedet werden sollte. Verschiedene Gruppen aus der Gemeinde sollten in die Liturgie einbezogen werden. Unter anderem hatte Schmidt mit einer Gebetsgruppe verabredet, dass sie die Fürbitten übernehmen solle. Dass jedoch einer aus dieser Gruppe vor dem Altar ausscherte, sich an das Rednerpult stellte und damit begann, sich gegen homosexuelle Pastoren und Politiker auszusprechen, war nicht vereinbart worden.

Siegfried redete, die Unruhe in der Gemeinde wurde groß, einige Gottesdienstbesucher verließen die Kirche. Gleich nach dem Gottesdienst habe der Kirchenvorstand sich getroffen, sagt Braselmann. Dieser ist eigentlich Pastor in Münchehagen. Da die Rehburger Pastorenstelle aber seit einiger Zeit vakant ist und erst zum August neu besetzt wird, hat er die Vertretung in der Gemeinde übernommen. Ob er richtig gehandelt habe, indem er nicht sofort einschritt – Braselmann ist sich nicht sicher. Zunächst sei aber nicht klar gewesen, worauf der Mann überhaupt hinaus wolle, sagt er – und dann sei das Kind schon in den Brunnen gefallen.

Zwei Punkte sind dem Kirchenvorstand nach dem Debakel wichtig. Zum einen distanziert er sich eindeutig von den Aussagen Siegfrieds. Die generelle Verurteilung gleichgeschlechtlicher Orientierung werde vom Kirchenvorstand strikt abgelehnt, heißt es in einer Pressemitteilung. Zum anderen seien die Aussagen des Mannes mit keinem Mitglied des Kirchenvorstands noch mit Vikar Schmidt als Verantwortlichem für den Gottesdienst und auch nicht mit dem übrigen Fürbittengebetsteam abgesprochen worden.

In einem am folgenden Tag mit Siegfried geführten Gespräch habe dieser lediglich gesagt, dass Gott zu ihm gesprochen habe und er diese Position deshalb habe verkünden müssen, berichtet Braselmann. Siegfried habe gesagt, er bedauere lediglich, es nicht schon früher getan zu haben. Der Kirchenvorstand habe ihm mitgeteilt, dass er künftig nicht mehr gestaltend an Gottesdiensten teilnehmen dürfe.