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Rehburg Funde zeichnen Bild der Burganlage
Funde zeichnen Bild der Burganlage
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19:54 15.11.2009
Amateur und Profi: Jürgen Rieger (links) und Jens Berthold mit Funden von der einstigen Burganlage der Bischöfe von Minden.
Amateur und Profi: Jürgen Rieger (links) und Jens Berthold mit Funden von der einstigen Burganlage der Bischöfe von Minden. Quelle: ade
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Rehburg. Der Acker bei Rehburg war eine Enttäuschung. Mehr als einige Münzen aus dem 17. Jahrhundert hat Jürgen Rieger dort nicht gefunden. Obwohl seine Suche nach Spuren der Vergangenheit mit dem Metalldetektor doch in einem Fund auf jenem Acker begründet war. Eine Bronzevase aus der frühen Neuzeit hatte ein Landwirt dort vor 20 Jahren gefunden – und Rieger vermutete mehr. Gemeinsam mit dem Rehburger Bürger- und Heimatverein schaffte er den Detektor an und hoffte auf Funde, die auf eine Siedlung bei Rehburg hinweisen könnten. Diese Hoffnung war vergebens.

Mehr Erfolg hatte Rieger auf einem Gelände bei Liebenau im Landkreis Nienburg. 27 Metallfunde breitet er auf dem Tisch im Museum vor sich aus. „Dies ist der interessanteste Fund“, sagt er und zeigt den bronzenen Sockel einer Statue. Ein Truhenschlüssel, eine winzige Sichel und die Spitze eines Armbrustbolzens liegen zudem vor ihm. Überliefert sei, dass auf jenem Flurstück eine Burganlage der Bischöfe von Minden stand, erzählt Rieger. Im 14. Jahrhundert sei sie von den Grafen von Hoya zerstört worden.

Durch Riegers Arbeit, erläutert Kommunalarchäologe Jens Berthold, könne er das Bild der Burganlage genauer zeichnen. Die Fundstellen innerhalb der Burganlage ließen Vermutungen zu, wo die Küche, wo die Schmiede gestanden habe.
Für Berthold ist Riegers Arbeit wertvoll. Sein Zuständigkeitsbereich – die Landkreise Nienburg und Schaumburg – sei zu groß, um alleine in der Vergangenheit zu graben. Er sei auf ehrenamtliche Helfer wie Rieger angewiesen. Mit einem Seminar des Landesdenkmalamtes und durch Grabungen, zu denen er Rieger mitgenommen habe, könne er sich darauf verlassen, dass Funde ordnungsgemäß kartiert und bei ihm gemeldet würden.

Für Rieger wird die Arbeit im kommenden Jahr weitergehen. Dann hofft er, dass der Detektor noch viele Male anschlägt und das Bild der mittelalterlichen Burganlage weiter wachsen lässt. ade

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