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Rehburg Größter Wunsch: eine Galloway-Herde
Größter Wunsch: eine Galloway-Herde
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17:20 05.03.2010
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Rehburg. Julian hat sich Cara ausgewählt, um sie bei der Rinderschau vorzuführen. „Den Namen habe ich im Stammbuch meiner Mutter gefunden“, erzählt der 15-Jährige, „das bedeutet ‚lieb und teuer’.“ Der Name ist Programm, denn lieb und teuer sind dem jungen Rehburger alle seine Rinder. Mit Hingabe und Ausdauer baut er seine Herde auf und hat mit dem dritten Platz einen Erfolg errungen.
Wohl zehn Jahre alt war Julian, als er im Fernsehen eine Sendung über Galloways sah. Die kräftigen Rinder mit dem wuscheligen Fell – besonders die weißen – begeisterten ihn derart, dass er fortan seinen Eltern und Großeltern nur noch mit einem Wunsch in den Ohren lag: „Ich möchte solch ein Rind haben.“
Julians Hartnäckigkeit zahlte sich aus, sein Großvater ging mit ihm auf Tour zu etlichen Züchtern und mit fünf Rindern konnte er seine Zucht beginnen.
Sein Hobby betreibt er seitdem mit Leidenschaft und hat in seinem Großvater Friedrich Voigt jemanden zur Seite, der ihn aktiv unterstützt. „Das haben wir immer gemeinsam ausgeheckt“, schmunzelt der Großvater mit Blick auf die Herde von mittlerweile 17 Rindern. Etliche stammen aus der eigenen Zucht, andere haben sie bei Züchtern gekauft.
Den Jungzüchter-Lehrgang, zu dem Julian im vergangenen Jahr für drei Tage nach Verden mit einem seiner Rinder gefahren ist, möchte er in diesem Jahr wiederholen. Ein Baustein zum Erfolg auf der Rinderschau war dieser Lehrgang. Dort lernte er unter anderem, wie er ein Rind vorführen muss, so dass es auf Befehl neben ihm geht oder mit ordentlich gesetzten Hufen neben ihm stehen bleibt.
Gestriegelt und nach stundenlanger Reinigungsprozedur, ist Cara schließlich mit Julian in Verden vor vielen Zuschauern durch die Halle gegangen – begleitet vom Apfel-Duft des Shampoos, mit dem er Caras Fell gepflegt hat.
Wenn Julian nicht gerade zur Schule geht oder für sein zweites Hobby, den Sommer-Biathlon, trainiert, arbeitet er auf dem Hof des Großvaters und kümmert sich um seine Galloways. Als Züchter für die „Galloways von der Düsselburg“ sind er und sein Großvater eingetragen.
So manch anderer Züchter kommt mittlerweile nach Rehburg, um Tiere zu kaufen oder Julians Bullen mit seinen eigenen Kühen zusammen zu bringen. Ein erst wenige Tage altes Kalb tollt auf der Weide herum, fünf weitere erwartet Julian in diesem Jahr noch. Wie es weitergehen soll mit Julians Herde? Groß soll sie werden, noch viel größer. Und am Liebsten würde er eines Tages den Bauernhof des Großvaters übernehmen. ade