Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Rehburg Mehr Resignation als Wut
Mehr Resignation als Wut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:56 17.04.2009
Im Hintergrund die Kühltürme der „frischli“-Milchwerke, davor die protestierenden Milchbauern: eine friedliche Kundgebung folgt. Quelle: ade
Anzeige

Hans Holtorf wirkte wesentlich entspannter als noch vor einem knappen Jahr. Damals, als Milchbauern tagelang die „Frischli“-Milchwerke blockierten, deren Geschäftsführer Holtorf ist, war er das Ziel der Wut und Verzweiflung der Landwirte, richtete sich der Zorn gegen Molkereibetriebe im Allgemeinen und die Rehburger Milchwerke im Besonderen. Als die Landwirte nun wieder nach Rehburg kamen, um ein weiteres Mal ihren Protest gegen die niedrigen Milchpreise auszudrücken, waren die Voraussetzungen anders.

„Packen wir es gemeinsam an!“ Das war die Überschrift der Resolution, die Wolfgang Johanning, Sprecher des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) im Landkreis Diepholz, an Holtorf übergab. Auf Hilfe von den Molkereien hoffen die Landwirte, wollen gemeinsam für höhere Preise eintreten, kämpfen dabei in erster Linie um ihre Existenz und damit wiederum für wirtschaftlich gesunde Molkereien. Einen Milchkrisengipfel unter Federführung von Bundeskanzlerin Angela Merkel wollen sie, wollen Abschlüsse der Molkereien mit dem Lebensmitteleinzelhandel, die ihnen wieder ein auskömmliches Einkommen sichern und eine „Anerkennung der Milcherzeuger als Geschäfts- und Marktpartner, nicht als billige Rohstofflieferanten“.

Anzeige

Für diese Ziele kamen rund 200 von ihnen nach Rehburg, gruppierten sich mit Fackeln in den Händen auf dem Gelände der Milchwerke um den Anhänger, von dem Holtorf, Johanning, der Nienburger BDM-Sprecher Egon Meyer und einige Vertreter aus der Politik zu ihnen sprachen. Im Hintergrund ragten die Kühltürme des Unternehmens auf, davor standen die Landwirte – und auch bei ihnen war die Stimmung gegenüber dem Vorjahr eine grundsätzlich andere. Von Wut war kaum noch etwas zu spüren. Resignation machte sich breit, aber einmal wollten sie es noch wissen, sind aus Schaumburg, Nienburg, Diepholz, aus dem Mindener Raum und anderen Kreisen gekommen, um auf ihre Schwierigkeiten aufmerksam zu machen. Dass dieser Protest ihnen wirklich helfen wird, glaubten die wenigsten. Und so kam zu Holtorfs Ausführungen, dass der Preis steigen werde, wenn weniger Milch auf den Markt komme, nur ein müder Zwischenruf aus der Menge: „Ja, wenn die Hälfte von uns tot ist.“ Bei gleich bleibenden Preisen, befürchten die Milchbauern, werden innerhalb eines Jahres zwei Drittel der Milcherzeuger zur Aufgabe ihrer Betriebe gezwungen sein. ade

22.03.2009
Rehburg Konjunkturpakete der Bundesregierung im Mittelpunkt - Investitionen sollen kein Bumerang werden
13.03.2009
Rehburg Auslagerung des Bauhofs rückt in greifbare Nähe - Sanierung des Rehburger Ortskerns wird gefördert
12.03.2009