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Rehburg „Mehr sein als nur ein Museum“
„Mehr sein als nur ein Museum“
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20:38 28.09.2010
Noch lauschen Sie dem Rehburger Shanty-Chor, gleich werden die Frauen der Volkstanzgruppe des Rehburger Bürger- und Heimatvereins ihre Röcke wehen lassen. Foto: ade
Noch lauschen Sie dem Rehburger Shanty-Chor, gleich werden die Frauen der Volkstanzgruppe des Rehburger Bürger- und Heimatvereins ihre Röcke wehen lassen. Foto: ade
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Groß war das Gewusel in der Küche des Heimatmuseums. Kaffee kochen, abwaschen, abtrocknen und das Geschirr in der „Guten Stube“ für die nächsten Gäste fein drapieren, das forderte den Frauen, die sich zu diesem „Sonntagsdienst“ eingetragen hatten, einiges ab. So groß wie das Gewusel in der Küche, so groß war es auch in den vielen Räumen, in denen das Museum zu seinem Aktionstag Vorführungen organisiert hatte.
Während im Obergeschoss zwei Frauen die Rädchen schnurren ließen und feine Fäden spannen, andere stickten oder Perlen auf Ketten zogen, zeigte Jürgen Rieger einer Besuchergruppe die historischen Exponate. Vom Mammutzahn bis zum Hebammenkoffer reichten die Erklärungen des Vorstandsmitglieds. Ein Stockwerk tiefer hatte Angelika Suer alle Hände voll zu tun, in der winzigen Webkammer zu erklären, wie in früheren Zeiten Flachs zu Leinen wurde. Wer nicht sofort Platz in dem kleinen Raum fand, konnte zunächst in der historischen Küche erleben, wie viel Arbeit darin steckt, Butter selbst zu machen, statt sie aus dem Kühlregal nach Hause zu tragen.
In der Guten Stube klapperten unterdessen die Kaffeetassen, das Kuchenbüfett blieb alles andere als unberührt und die Volkstanzgruppe des Vereins stand mittendrin, um sich gegenseitig Schürzenschleifen zu binden und den Hauben den richtigen Sitz zu verpassen. Zum Tanzen versammelten sich die Frauen dann im benachbarten ehemaligen Feuerwehrgerätehaus, in dem zuvor schon viele Gäste zur Musik des Rehburger Shanty-Chors geschunkelt hatten.
Schmied und Motorsägen-Künstler, Kürbis-Verkäufer und Traktoren-Ausstellung – die Aktionen, die im Heimatmuseum und im Gerätehaus keinen Platz mehr bekommen hatten – bekamen trotz Dauerregens Beachtung von den Besuchern.
Für Fritz Mackeben, Vorsitzender des Rehburger Bürger- und Heimatvereins, und dessen Stellvertreter Friedrich Kloth war das ein rundum gelungener Tag. „Wir wollen mehr sein, als nur ein Museum“, meinte Mackeben. „Mehr“, das sei für ihn ein Museum, das auch als Begegnungsstätte genutzt werde. Der Aktionstag und auch die kürzlich vom Seniorenbeirat im Museum initiierte Veranstaltung „Alt und Jung“ seien gute Beispiele und Ansätze dafür.

Rehburg Rehburg / Heimatmuseum - Alte Zeiten auferstehen lassen
23.09.2010