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Stadt Rehburg-Loccum Dritter Platz für schlechte Straße
Dritter Platz für schlechte Straße
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19:25 23.06.2010
Ein sichtbares Zeichen, wenn auch ohne finanziellen Gegenwert, ist der „Besserungsschein“, den Grant Hendrik Tonne (links) im Rehburg-Loccumer Rathaus überreicht. Foto: ade
Ein sichtbares Zeichen, wenn auch ohne finanziellen Gegenwert, ist der „Besserungsschein“, den Grant Hendrik Tonne (links) im Rehburg-Loccumer Rathaus überreicht. Foto: ade
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Einen Scheck über 400 000 Euro als „Besserungsschein“ haben Tonne und der Vorsitzende der Rehburg-Loccumer SPD, Jürgen Wagner, an Rehburg-Loccums Bürgermeister Dieter Hüsemann überreicht. Mit dieser Summe, sagte Tonne, könne die Landesstraße 370 zwischen Rehburg und Husum auf dem „Achterbahn-Teilstück“ saniert werden.
Im vergangenen Herbst hatte die SPD-Landtagsfraktion zu dem Wettbewerb um Niedersachsens schlechteste Landesstraße aufgerufen. 40 „Bewerbungen“ gingen ein, unter ihnen auch Tonnes Vorschlag für die L 370. Alle anderen miserablen Straßen seien von Kratern in den Fahrbahnen geprägt, die L 370 habe eine Sonderstellung, erläuterte Tonne - da sie durch Moor führe, sei sie eine Piste, die die Fahrer in Bewegung bringe durch das ständige Auf und Ab der Wellen, die sie werfe. „Belohnt“ wurde diese Straße nun mit dem dritten Platz, eine unabhängige Jury stufte sie in die Riege der Straßen ein, deren Sanierung höchste Priorität eingeräumt werden solle.
Die mehr auf Pressewirksamkeit abzielende Aktion habe einen ernsten Hintergrund erläuterte Tonne. Seien in 1990 noch 106 Millionen Euro in die Erhaltung der Landesstraßen geflossen, so habe sich diese Summe bis zum Jahr 2005 auf 32 Millionen Euro reduziert. In 2009 seien die Investitionen immerhin wieder auf 65 Millionen Euro angestiegen. Der Landesrechnungshof, der nicht gerade für die Empfehlung von Ausgaben bekannt sei, empfehle jedoch, Jahr für Jahr 100 Millionen Euro zu investieren, da der Wertverfall ansonsten ungleich höher sei.
Auswirkungen auf Wirtschaft und Tourismus seien wegen des schlechten Zustandes der Straße nicht auszuschließen, meinte der Landtagsabgeordnete weiter. Hüsemann bekräftigte, dass beispielsweise die „frischli“-Milchwerke - einer der großen Industriebetriebe Rehburg-Loccums - den Zustand als „auf Dauer nicht haltbar“ bezeichneten und finanzielle Aufwendungen befürchteten.
Erste Erfolge durch die Aktion der SPD-Fraktion seien sichtbar, freute sich Tonne. So habe eine der Straßen, die in die engere Wahl gezogen worden waren, nicht besichtigt werden müssen, da drei Tage vor dem Ortstermin der Jury mit den Straßenbauarbeiten begonnen wurde.
Für die L 370 hofft er auf Einsicht im Landtag und will sich weiterhin für deren Sanierung engagieren.