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Stadt Rehburg-Loccum Emotionale Debatte auf sachliche Füße gestellt
Emotionale Debatte auf sachliche Füße gestellt
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20:42 01.12.2010
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Rehburg-Loccum (ade). Die Bitte des Sozialausschusses in seiner vorhergehenden Sitzung, zunächst Zahlen zur Entwicklung der Belegung von Kindergärten und Schulen vorgelegt zu bekommen, statt die Investition in die Sanitärräume sofort gutzuheißen, hatte zu massivem Elternprotest in Münchehagen geführt. Befürchtungen entstanden, dass der Kindergarten in absehbarer Zeit geschlossen werden solle. Zahlen und Fakten legte Bürgermeister Dieter Hüsemann in der jüngsten Sitzung vor. Demnach stehen 173 Kindern, die vor 20 Jahren geboren wurden, in diesem Jahr 59 Kinder gegenüber. Konsequenz dieser Tendenz sei, dass Kindergärten und Schulen in drei, sechs oder mehr Jahren verkleinert werden müssten, sagte Hüsemann. Entscheidungen sollten auf der Grundlage eines Demografieberichts, den die Stadt erstellen lasse, getroffen werden.

Anschließend versuchte Hüsemann, Licht in das Dunkel etlicher Vorschläge zur Sanierung der Toilettenräume zu bringen. Zwei Varianten hatte die Verwaltung vorgeschlagen: Variante A beinhaltete die Sanierung der Räume für 27 000 Euro, Variante B sah vor, auch die Aufteilung zu optimieren, und wurde mit 40 000 Euro veranschlagt. Der Ortsrat Münchehagen, sagte Hüsemann, habe auf der Grundlage der Variante B einen Vorschlag gemacht, der lediglich 20 000 Euro kosten solle. Wie diese Differenz zustande komme, entziehe sich seiner Kenntnis.

Ausschussmitglied Renate Braselmann (SPD) legte dem Bürgermeister ein weiteres Angebot vor. Demnach, sagte Braselmann, könne die Sanierung für rund 9500 Euro durchgeführt werden, großzügige Eigenleistungen der Eltern seien in das Angebot eingerechnet worden. Walter Mau (CDU) gab zu bedenken, dass Baumaßnahmen an Altbauten – der Kindergarten stammt aus den sechziger Jahren – immer nicht kalkulierbare Überraschungen bereithielten und die tatsächlichen Kosten nie mit den veranschlagten übereinstimmten.

Hüsemanns Vorschlag, dem Kindergarten 20 000 Euro für die Sanierung zur Verfügung zu stellen und Ortsrat sowie Vertreter des Kindergartens gemeinsam mit einem Bautechniker aus der Verwaltung eine Lösung entwickeln zu lassen, wurde nahezu einstimmig angenommen. Ausgaben, die die 20 000 Euro überschritten, sollen demnach von Dritten zugeführt werden. Lediglich Elfriede Kramer (CDU) stimmte dagegen. Sie hatte Bedenken, dass der ersten Lösung dieser Art weitere in Münchehagen und anderen Kindergärten folgen könnten. Zu dem vorangegangenen Elternprotest sagte Kramer: „Wir in Winzlar kutschieren unsere Kinder seit 40 Jahren und sind auch nicht auf die Barrikaden gegangen.“