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Stadt Rehburg-Loccum „Hochnotpeinliche“ Panne bei der Planung
„Hochnotpeinliche“ Panne bei der Planung
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18:26 12.10.2012
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Rehburg-Loccum (ade). Wenige Tage zuvor hatten im Loccumer Ortsrat Anlieger das Wort ergriffen und die Verwaltung nicht allzu gut dastehen lassen, meinten sie doch, Fehler in der Kostenschätzung entdeckt zu haben. Antworten auf ihre Fragen zu technischen Details konnte die Verwaltung an jenem Abend nicht liefern. Im Bauausschuss bekannte Bürgermeister Martin Franke nun, dass das Planungsbüro tatsächlich fehlerhaft gearbeitet habe. Eine Position, die um 20 000 Euro zu hoch veranschlagt worden sei, habe die Verwaltung zwischenzeitlich entdeckt, weitere Positionen würden geprüft. „Hochnotpeinlich“ nannte Franke diese Panne. Er bringe nun ein gewisses Verständnis dafür auf, dass die Anlieger der Planung nicht trauten. Er schlage vor, den Vollausbau nach den Erfahrungen aus den letzten Sitzungen nicht umzusetzen. Im Loccumer Ortsrat war er noch anderer Meinung gewesen.

Nach Frankes empfohlenem Rückzug zeigten sich auch die Ausschussmitglieder hin und her gerissen. Rüdiger Dreßler (CDU, Winzlar) plädierte vehement dafür, den Vollausbau jetzt anzupacken. Wilhelm Droste (CDU, Loccum) sagte, er sei mehr als verwundert über den Bürgermeister. Das Problem der nicht mehr intakten Straßen schiebe der Rat so nur vor sich her, ohne es zu lösen. Dem Antrag von Elke Lustfeld (Grüne, Rehburg) auf Vertagung der Entscheidung des Ausschusses stimmte Droste allerdings ebenso wie die übrigen Mitglieder – mit Ausnahme von Dreßler – zu.

Mit Blick auf den vehementen Widerstand der Anlieger meinte der Ausschussvorsitzende Kay Anders (SPD, Münchehagen), dass insbesondere aus dem Bereich der akademisch Vorgebildeten wenig Sachverstand gekommen und es lediglich ihr Ziel gewesen sei, den Prozess aufzuhalten. „Bei manchen, die sich jetzt aufplustern, muss erst einmal der Keller volllaufen“, fügte er mit Blick auf die marode Kanalisation in den fraglichen Straßen hinzu. Wilhelm Droste befürchtete, dass es in den kommenden zehn Jahren keinen Vollausbau in Rehburg-Loccum mehr geben werde, wenn der Rat sich nun dagegen ausspräche.

Dass das Fördergeld von 270 000 Euro zu der Bausumme von rund einer Million Euro verfallen wird, wenn der Rat in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch gegen den Vollausbau entscheidet, hat Franke dem Ausschuss nochmals eindringlich gesagt. Ohne vorhergehende Empfehlung aus Bauausschuss und Ortsrat wird der Rat nun entscheiden müssen.