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Stadt Rehburg-Loccum Viel Geschrei um Rehburg-Loccum
Viel Geschrei um Rehburg-Loccum
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18:59 02.03.2014
„Top in Rehburg-Loccum“ ist das „Ehrenamt vor Ort“ – hier vertreten durch Wolfgang Graeve (links) bei der Überreichung des Preises durch Martin Franke.  ade
„Top in Rehburg-Loccum“ ist das „Ehrenamt vor Ort“ – hier vertreten durch Wolfgang Graeve (links) bei der Überreichung des Preises durch Martin Franke.  ade
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Von Beate Ney-Janßen

Jede Menge Geschrei habe es nach der Geburt der Stadt gegeben – wie es bei Neugeborenen üblich sei, sagte Rehburg-Loccums Bürgermeister Martin Franke. Jede Menge Geschrei habe es jedoch auch schon vor dieser „Geburt“ gegeben. Und das sei bei Neugeborenen nun eigentlich unüblich.
In Erinnerung an den Zusammenschluss von Rehburg, Winzlar, Bad Rehburg, Münchehagen und Loccum zu der Stadt Rehburg-Loccum am 1. März 1974 – von oben verordnet durch die Gebietsreform – ist auch noch heute die Namensgebung dieses neuen Konstrukts unvergessen. Schließlich schafften es die Rehburger und die Loccumer, so lange dieses Geschrei anzustimmen, bis die Landesregierung sich geschlagen gab und dieser Stadt als einziger in Niedersachsen das Recht zugestand, einen Doppelnamen zu tragen.

Rehburger und Loccumer konnten sich einfach nicht einigen – und selbst das Zugeständnis, sowohl Rehburg als auch Loccum als Bezeichnung wählen zu dürfen, führte nicht allerorts zu Freuden. Denn da gab es doch immer noch die Frage danach, welcher der Ortsteile denn nun zu Beginn genannt werden dürfe.

Geburtswehen also – und die kosteten sowohl Franke als auch Nienburgs Landrat Detlef Kohlmeier genüsslich in ihren Ansprachen beim Geburtstagsempfang im Rehburger Bürgersaal vor großem Publikum aus. Manche der alten Geschichten werden heutzutage wohl belächelt, in mancherlei Beziehung ist die Stadt nach 40 Jahren zusammengewachsen – dennoch dürfte ein Quäntchen Wahrheit darin liegen, wenn Kohlmeier augenzwinkernd auf das Gerücht anspielte, dass manche Rehburg-Loccumer auf Überweisungsträgern als Empfänger immer noch „Statt Rehburg-Loccum“ eintragen würden.

Den Geburtstag haben dennoch Bürger aus allen fünf Ortsteilen gemeinsam gefeiert, und an manchen Tischen im Saal setzten sich gar Winzlarer zu Rehburgern zu Loccumern zu Münchehägern zu Bad Rehburgern.
Verbindend zwischen den Ortsteilen, für das Ganze eintretend und außerdem ein „Top-Angebot, das andernorts nicht so selbstverständlich ist“, sei das Netzwerkbüro „Ehrenamt vor Ort“ meinte Franke, nachdem die Geburtstagsreden vorüber waren. Dieses alles sei der Grund, weshalb die Jury des Bürgerpreises „Top in Rehburg-Loccum“ sich entschieden habe, diesen Preis dem „Ehrenamt vor Ort“ zu verleihen. In jedem zweiten Jahr wird der Preis überreicht – und nun bereits zum sechsten Mal. Entgegengenommen hat ihn der Vorsitzende des Netzwerkbüros, Wolfgang Graeve, und das Preisgeld von 1000 Euro wird dem erst ein Jahr alten Verein bei seiner Arbeit gut zu Geicht stehen.
Etliche weitere Auszeichnungen gab es ebenfalls, die zwar nicht mit Geld dotiert sind, aber eine Würdigung ehrenamtlicher Arbeit in der Stadt sein sollen. So gab es Ehrenamtskarten für Helmut Schäfer, der sich als Bürgerbusfahrer und als Leiter zweier Ganztagsangebote in der Rehburger Grundschule betätigt. Heinz Lampe hingegen wurde für sein Engagement im Schützenverein Loccum mit der Ehrenamtskarte bedacht.
Nicht diese Karte, wohl aber einen Becher mit dem Eindruck „Auserwählt“ gab es für weitere Rehburg-Loccumer: für Ilse Manthey wegen ihres Engagements in der Loccumer Klosterstube; gür Lina Mau und Christa Fuß, die mehr als zehn Jahren ein Frauenfrühstück in Münchehagen mit bis zu 182 Frauen organisieren; für Wolfram Meyer, der maßgeblich den Rehburger Weihnachtsmarkt gestaltet; für Marion Graw, die unter anderem den Loccumer Volkslauf aus der Taufe gehoben hat und liebevoll betreut; und für Dieter Kopmann, der dafür sorgt, dass im Wilhelmsturm an der Grenze von Bad Rehburg zu Wölpinghausen zu vielen Zeiten Besucher herzlich willkommen sind.