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Winzlar ÖSSM rügt Einsatz vom Tropenholz
ÖSSM rügt Einsatz vom Tropenholz
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00:17 10.05.2013
Tropenholz (Symbolbild).
Tropenholz (Symbolbild). Quelle: dpa
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Von Benjamin Schrader

Winzlar. Die Verwaltung des Naturparks Steinhuder Meer lässt der ÖSSM zufolge aus Bongossiholz an der Neuen Moorhütte in der Nähe von Neustadt eine Uferbefestigung herstellen.

„Wir sind bislang davon ausgegangen, dass der Einbau von Tropenholz mittlerweile tabu sei und die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehe“, erklärte Karl-Heinz Garberding, Vorsitzender der ÖSSM. Verwunderung löse diese Entwicklung vor allem deshalb aus, „weil die Region Hannover schon vor Jahrzehnten mit einer anderen Art der Uferbefestigung sehr gute Erfahrung gemacht hat“, wie es seitens der Einrichtung weiter heißt. So haben der Einsatz von Steinpackungen und die Ansiedlung von Schilfrohr dazu geführt, dass es am Nordufer wieder eine „weitgehend natürliche Uferzone, in der Haubentaucher, Teichrohrsänger und Rohrammer brüten“, gibt.
„Wir haben uns für das Tropenholz entschieden, weil es die härteste und beständigste Alternative ist“, begründet Klaus Abelmann, Pressesprecher der Region Hannover das Vorgehen im Naturpark Steinhuder Meer. Die Region Hannover ist gemeinsam mit den Landkreisen Schaumburg und Nienburg Träger des Naturparks. Laut Abelmann komme das Bongossiholz zum Einsatz, Lerche und Eiche insbesondere dem Druck des Eises nicht so gut standhalten können. Kämen Eichen und Lerchen zum Einsatz, könne man sich im Terminkalender bereits vormerken, wann die nächste Reparatur fällig werde. Zudem wolle man eine natürliche Spundwand setzen und nicht auf eine Lösung aus Stahl zurückgreifen – daher die Nutzung des Tropenholzes.
Regionspressesprecher Abelmann weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Region Hannover durch die Baumaßnahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht gegenüber Fußgängern und Radfahrern nachkommt.
„Das Bongossiholz hat ein SSC-Siegel. Auch der WWF und Greenpace empfehlen den Einsatz des zertifizierten Holzes“, hebt Abelmann hervor. „Das dient aber bestenfalls der Gewissensberuhigung, dem Regenwald hilft es nicht“, so Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der ÖSSM.