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Winzlar Raus aus der Entscheidungsebene
Raus aus der Entscheidungsebene
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16:30 05.06.2013
Leute für die Naturschutzarbeit zu begeistern – eine der großen Stärken von Karl-Heinz Garberding (links). Quelle: jpw
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Winzlar (jpw). „Ich will aus der Entscheidungsebene raus“, kündigte Garberding an – und macht damit gleichzeitig deutlich, dass er sich keineswegs aus dem Verein und der Station komplett aus dem zurückziehen will. Beides kann als sein Lebenswerk betrachtet werden.

Garberding ist für seinen jahrzehntelangen Einsatz mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Diese Ehrung nahm der Großenheidorner ausdrücklich stellvertretend für das Stationsteam an.
Ein möglicher Nachfolger als Vereinsvorsitzender steht zur Wahl bereit, so ist aus Vereinskreisen zu hören. Allerdings gebe es niemanden, der die mit den Jahren aus den sich entwickelnden Strukturen gewachsene Aufgabenfülle des pensionierten Biologielehrers ehrenamtlich bewältigen könne.

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Aus diesem Grund muss die Vereinssatzung zum Teil neu gefasst und so einige der Aufgaben Garberdings auf die hauptamtlichen Mitarbeiter der ÖSSM verteilt werden. Die Neuwahl des Vorsitzenden ist also nur ein Punkt der Mitgliederversammlung am 19. Juni im Stationsgebäude in Winzlar.

Die ÖSSM

Der Verein „Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer“ (ÖSSM) ist im April 1991 von mehreren Umweltschutzorganisationen aus der Taufe gehoben worden. Ziel des Zusammenschlusses: für die damals fünf Naturschutzgebiete am Steinhuder Meer eine wissenschaftliche Betreuung und eine angemessene Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen, um den Besuchern am Steinhuder Meer die Natur näher zu bringen. Mit Hilfe eines Kooperationsvertrages übertrug das Land Niedersachsen noch im selben Jahr diese Aufgaben auf den Verein.

Das Kooperationskonzept – ein „Drei-Säulen-Modell“ stand später beispielhaft für die Zusammenarbeit zwischen staatlichem und ehrenamtlichem Naturschutz – handelten maßgeblich der spätere niedersächsische Finanzminister Heinrich Aller (SPD) und die spätere niedersächsische Umweltministerin Monika Griefahn (SPD) mit dem Vorsitzenden des Trägervereins, Karl-Heinz Garberding, aus.
Einen alten, verlassenen Resthof in Winzlar erkoren die Verantwortlichen zum Domizil der Station. Mit viel ehren- und hauptamtlichem Einsatz renovierte die ÖSSM das Gebäude und entwickelte als Grundlage der Arbeit einen Pflege- und Entwicklungsplan für das Gebiet. Der Verein hat Mitglieder, die zum Teil als juristische Personen fungieren und Natur- und Umweltschutzverbände wie den Nabu und den BUND repräsentieren. Die Kooperation mit dem behördlichen Naturschutz ist eng.

Am Stationstisch werden unter der Leitung der ÖSSM viermal im Jahr unter Beteiligung aller Institutionen Projekte samt Zeitplänen festgelegt und Geld dafür verteilt. Weiterhin ist die ÖSSM Standort eines Regionalen Umweltbildungszentrums.